Sachver­halt
Der Kläger hat von seinem Vater einen land­wirtschaftlichen Betrieb gepachtet, den er im Neben­er­werb bewirtschaftet. Dieser Betrieb erwirtschaftete seit Pacht­be­ginn, mit ein­er Aus­nahme, auss­chließlich Ver­luste. Im Rah­men ein­er Betrieb­sprü­fung wur­den die für den Prü­fungszeitraum fest­gestell­ten Ver­luste man­gels Gewin­nerzielungsab­sicht nicht zum steuer­lichen Abzug zuge­lassen. Mit Rück­sicht auf die anste­hende Hofüber­gabe vom Vater auf den Sohn sowie die im Betrieb vorgenomme­nen Umstruk­turierun­gen legte der Kläger gegen die Entschei­dung der Finanzver­wal­tung Klage ein.

Entschei­dung
Der BFH führt in seinem Urteil aus, dass Gewin­nerzielungsab­sicht das Bestreben ist, das Betrieb­sver­mö­gen zu mehren und auf Dauer einen Total­gewinn zu erzie­len. Dieser wird in der Regel im Zeitraum zwis­chen Betrieb­s­grün­dung und Betrieb­s­beendi­gung ermit­telt und umfasst die laufend­en Gewinne und Ver­luste sowie einen sich ggf. ein­stel­len­den Veräußerungs­gewin­n/-ver­lust. Bei fehlen­der Veräußerungsab­sicht ist ein geschätzter Auf­gabegewin­n/-ver­lust in die Berech­nung mit einzubeziehen. Zur zeitlichen Abgren­zung nimmt der BFH Bezug auf die ver­tragliche Laufzeit der Pacht­sache. Eine andere Beurteilung kann sich auch nicht auf­grund ein­er möglichen Vorstufe zur späteren Hofüber­gabe ergeben. Zwar hat die Recht­sprechung entsch­ieden, dass bei land­wirtschaftlichen Betrieben eine Gen­er­a­tio­nen­be­tra­ch­tung stat­tfind­en muss, jedoch wurde aus­drück­lich darauf hingewiesen, dass für die Prü­fung der Gewin­nerzielungsab­sicht notwendi­ger­weise auf den einzel­nen Steuerpflichti­gen und damit vor­rangig auf dessen Betrieb abzustellen ist. Im Übri­gen set­zt eine gen­er­a­tio­nenüber­greifende Total­gewin­nprog­nose die Betrieb­si­den­tität zwis­chen Rechtsvorgänger und Recht­snach­fol­ger voraus. Auf­grund der Umstruk­turierungs­maß­nah­men des Pächters schei­det diese Annahme aus. Auch die Begrün­dung des Klägers, durch wesentliche Instand­hal­tun­gen an Pacht­ge­bäu­den weit­ere stille Reser­ven geschaf­fen zu haben, reicht für eine pos­i­tive Gewin­nprog­nose nicht aus. Im Urteils­fall hat­te der Pachtver­trag eine 20-jährige Laufzeit, sodass sich die Ren­ovierungs­maß­nah­men im Betra­ch­tungszeitraum, so der BFH, wieder abnutzen.

Kon­se­quenz
Für Pacht­be­triebe ist für die Ermit­tlung eines Total­gewinns auf die ver­traglichen Vere­in­barun­gen zur Pacht­laufzeit abzustellen. Jedoch soll­ten neben den objek­tiv­en Kri­te­rien auch die rein sub­jek­tiv­en Merk­male Beach­tung find­en. Kann insofern schlüs­sig dargelegt wer­den, dass sub­jek­tiv eine Gewin­nerzielungsab­sicht vor­liegt, wäre dies zumin­d­est ein pos­i­tives Indiz zur Würdi­gung des Einzelfalls.