Stel­lung­nahme des BMF zur Besteuerung der Forstwirtschaft
Das Bun­desmin­is­teri­um der Finanzen (BMF) nimmt im Schreiben vom 2.3.2010 zur Besteuerung der Forstwirtschaft wie fol­gt Stel­lung:

Ste­hen­der Baumbe­stand
Der ste­hende Baumbe­stand ist ein vom Grund und Boden getren­nt zu bew­er­tendes Wirtschaftsgut des nicht abnutzbaren Anlagev­er­mö­gens. Der Umfang des Baumbe­standes ergibt sich aus einem amtlich anerkan­nten Betrieb­sgutacht­en, einem Betrieb­swerk oder dem Anbau­verze­ich­nis und hat eine Flächen­größe von zusam­men­hän­gend min­destens einem Hek­tar. Lediglich bei räum­lich auseinan­der liegen­den Parzellen kann auch bei ein­er Größe unter­halb eines Hek­tars ein selb­st­ständi­ges Wirtschaftsgut angenom­men wer­den. Der Baumbe­stand ist zwin­gend in einem Anlagev­erze­ich­nis zu führen.

Holznutzun­gen
Die Holznutzun­gen sind in Kahlschlag und andere Holznutzun­gen zu unter­schei­den. Ein Kahlschlag im steuer­lichen Sinne liegt vor, wenn das abnutzbare Derb­holz eingeschla­gen wird und auf dieser Fläche keine gesicherte Kul­tur verbleibt. Das eingeschla­gene Holz nimmt anschließend den Charak­ter des Umlaufver­mö­gens an. Der hier­aus resul­tierende Buch­w­ertab­gang wan­delt sich zu Her­stel­lungskosten des Umlaufver­mö­gens. Wieder­auf­forstungskosten sind als Her­stel­lungskosten des nicht abnutzbaren Anlagev­er­mö­gens zu aktivieren. Sie begin­nen mit den ersten Pflanz­maß­nah­men und enden mit der Sicherung des Baumbe­standes; in der Regel fünf Wirtschaft­s­jahre nach Beginn der Wieder­auf­forstung. Die Bil­dung ein­er Rück­stel­lung für der­ar­tige Kosten, die in späteren Wirtschaft­s­jahren entste­hen, ist nicht zuläs­sig. Ander­sar­tige Holznutzun­gen, die keinen Kahlschlag darstellen, führen nicht zu Buch­w­ert­min­derun­gen. Lediglich plan­mäßige Ern­ten kön­nen zu Buch­w­ert­min­derun­gen führen. Diese sind vom Steuerpflichti­gen nachzuweisen. In Höhe des Buch­w­ertab­gangs ergeben sich Her­stel­lungskosten des Umlaufver­mö­gens. Bei Buch­w­ert­min­derung sind die Wieder­auf­forstungskosten zu aktivieren. Sofern keine Buch­w­ert­min­derung einge­treten ist, sind die Kosten der Wieder­auf­forstung nicht zu aktivieren. Klarstel­lend wird aus­ge­führt, dass bei Ein­nah­men — Über­schuss­rech­nun­gen der Über­gang von Anlagev­er­mö­gen zu (fik­tivem) Umlaufver­mö­gen mit der Kon­se­quenz ver­bun­den ist, dass in dieser Höhe sofort abziehbare Betrieb­saus­gaben entste­hen. Infolge eines Kahlschlags durch Kalamität­snutzung kann der bish­erige Buch­w­ert beibehal­ten wer­den. Wieder­auf­forstungskosten stellen dann sofort abziehbare Betrieb­saus­gaben dar. Die geschilderten Regelun­gen sind in allen noch offe­nen Fällen anzuwen­den. Soll­ten sich hier­aus Ver­schlechterun­gen ergeben, wird nicht bean­standet, wenn die Regelun­gen erst­mals für Wirtschaft­s­jahre angewen­det wer­den, die nach dem 30.6.2010 begin­nen.