Steuer­nachricht­en 7/14 – 01.2011 –Mit ihrer Ver­fü­gung vom 17.9.2010 – S 2240 – 160 – St 221/St 222 aktu­al­isiert die Ober­fi­nanzdi­rek­tion Han­nover ihre Ver­fü­gung aus dem Jahr 2008. Betreiber von Anla­gen zur Erzeu­gung von Strom aus solar­er Strahlungsen­ergie veräußern in der Regel den gesamten Strom an Net­z­be­treiber, diese sind nach dem Erneuer­bare-Energien-Gesetz verpflichtet, den Strom abzunehmen und in der geset­zlich fest­gelegten Höhe zu vergüten. Die reduzierte Vergü­tung für selb­st erzeugten und sofort ver­braucht­en Strom stellt eine Betrieb­sein­nahme im Rah­men des Gewer­be­be­triebs Stromerzeu­gung dar. In Höhe des selb­st ver­braucht­en Stroms liegt eine Ent­nahme vor, die mit dem Teil­w­ert anzuset­zen ist, der durch den Mark­t­preis bes­timmt wird.

Foto­voltaikan­la­gen kön­nen sowohl als Anlage mit auf der vorhan­de­nen Dachein­deck­ung aufge­set­zten Foto­voltaik­mod­ulen als auch mit in der Dachein­deck­ung inte­gri­erten Foto­voltaik­mod­ulen betrieben wer­den. Die zweite Art der Foto­voltaikan­lage gibt es zumeist in der Form von Solar­dachsteinen, Solar­dachfolien oder sog. Indachmod­ulen.

Da die Auf­dachan­la­gen unmit­tel­bar dem Gewer­be­be­trieb der Stromerzeu­gung dienen, sind sie regelmäßig als Betrieb­svor­rich­tung anzuse­hen. Sie stellen selb­st­ständi­ge, bewegliche und abnutzbare Wirtschafts­güter dar, die als notwendi­ges Betrieb­sver­mö­gen dem Gewer­be­trieb Stromerzeu­gung zuzurech­nen sind.

Eine Änderung hat sich bei den dachin­te­gri­erten Foto­voltaikan­la­gen ergeben. Diese sind nun­mehr ertrag­s­teuer­rechtlich wie Auf­dachan­la­gen zu behan­deln. Es sind lin­eare oder degres­sive Abset­zun­gen für Abnutzung (AfA) zu gewähren, wobei von ein­er betrieb­s­gewöhn­lichen Nutzungs­dauer von 20 Jahren auszuge­hen ist. Nicht zuläs­sig sind erhöhte Abset­zun­gen sowie die Über­tra­gung von stillen Reser­ven nach § 6b EStG.

Bemes­sungs­grund­lage für die AfA sind die Aufwen­dun­gen für die Auf­dachan­lage bzw. für das Foto­voltaik­mod­ul der dachin­te­gri­erten Anlage. Diese Aufwen­dun­gen sind nachzuweisen. Sofern die Aufwen­dun­gen nicht nachgewiesen wer­den kön­nen, kann der auf das Gebäude ent­fal­l­ende Anteil der Kosten geschätzt wer­den, indem die Höhe der Kosten für eine Dachein­deck­ung ohne inte­gri­erte Foto­voltaikan­lage geschätzt wird. Grund­lage dafür ist eine übliche Dachein­deck­ung, der diesen Wert über­steigende Betrag ist dem Foto­voltaik­mod­ul zuzuord­nen und stellt die Bemes­sungs­grund­lage für die Berech­nung der AfA dar. Dieser Aufteilungs­maßstab ist eben­falls die Grund­lage für die durch eine eventuelle Fremd­fi­nanzierung der dachin­te­gri­erten Foto­voltaikan­lage entste­hen­den Aufwen­dun­gen.

Sofern die Anspruchsvo­raus­set­zun­gen vor­liegen, kann für die geplante Anschaf­fung ein­er Foto­voltaikan­lage der Investi­tion­s­abzugs­be­trag und nach Anschaf­fung bzw. Her­stel­lung die Son­der­ab­schrei­bung in Anspruch genom­men wer­den. Voraus­set­zung ist hier vor allem die verbindliche Bestel­lung der Anlage bei Bil­dung eines Investi­tion­s­abzugs­be­trags in einem Jahr vor der Betrieb­seröff­nung.

Die OFD weist darauf hin, dass dann, wenn der selb­st erzeugte Strom unmit­tel­bar nach der Erzeu­gung zu pri­vat­en Zweck­en ver­braucht und nur der nicht ver­brauchte Strom in das Netz einge­speist wird, sowohl der Investi­tion­s­abzugs­be­trag als auch die Son­der­ab­schrei­bung regelmäßig nicht zu gewähren sind, da somit eine pri­vate Nutzung von mehr als 10 % vor­liegt.

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