Steuer­nachricht­en 3/14 – 01.2011 –Bei der Ver­mi­etung von Gewer­beob­jek­ten wird die Einkün­f­teerzielungsab­sicht nicht ver­mutet, sie muss vielmehr in jedem Fall konkret fest­gestellt wer­den. So jeden­falls urteilte der Bun­des­fi­nanzhof (BFH) in sein­er Entschei­dung v. 20.7.2010 – IX R 49/09.

Der Abzug von Wer­bungskosten bei der Einkun­ft­sart Ver­mi­etung und Ver­pach­tung erfordert, dass der Steuerpflichtige auch die Absicht hat, aus der Ver­mi­etung oder Ver­pach­tung auf Dauer einen Ein­nah­meüber­schuss zu erzie­len. Dies gilt selb­st dann, wenn sich über län­gere Zeit Wer­bungskostenüber­schüsse ergeben.

Bei der Ver­mi­etung von Gewer­beim­mo­bilien ist im Einzelfall festzustellen, ob der Steuerpflichtige beab­sichtigt hat, auf die voraus­sichtliche Dauer der Nutzung einen Über­schuss der Ein­nah­men über die Wer­bungskosten zu erzie­len. Diese Fest­stel­lung ist dabei nach der aus dem Gesamtergeb­nis des Ver­fahrens gewonnenen Überzeu­gung zu tre­f­fen.

Die Beweis­last für das Vor­liegen der Einkün­f­teerzielungsab­sicht trifft den Steuerpflichti­gen. Zeigt sich auf­grund bis­lang verge­blich­er Ver­mi­etungs­be­mühun­gen, dass für das Objekt in sein­er derzeit­i­gen Gestal­tung kein Markt vorhan­den ist, so muss der Steuerpflichtige zum Beleg sein­er Ver­mi­etungsab­sicht darauf hin­wirken, einen ver­mi­et­baren Zus­tand des Objek­ts zu erre­ichen. Nimmt er den Leer­stand jedoch untätig hin, spricht dies gegen den endgülti­gen Entschluss zu ver­mi­eten oder für die Auf­gabe ein­er Ver­mi­etungs­be­mühung mit Einkün­f­teerzielungsab­sicht.