Steuer­nachricht­en 16/17 – 02.2011 –Bere­its mit Ver­fü­gung vom 8.2.2010 hat sich die OFD Frankfurt/Main mit der einkom­men­steuer­lichen Behand­lung von Pfer­dzucht, Pfer­de­hal­tung und Reit­be­trieb befasst. Diese Ver­fü­gung wurde am 4.11.2010 aktu­al­isiert.

Die Aus­bil­dung von Pfer­den zu Renn- und Turnierpfer­den ist der LuF zuzurech­nen, sofern die fol­gen­den Voraus­set­zun­gen erfüllt sind:

  1. Die Pferde dür­fen nicht nur ganz kurzfristig im Betrieb verbleiben;
  2. der Betrieb muss eine aus­re­ichende Fut­ter­grund­lage bieten;
  3. die Pferde müssen nach Abschluss der Aus­bil­dung an Dritte veräußert wer­den.

Bei reinen Pfer­dezucht­be­trieben ist in jedem Fall die Frage der Lieb­haberei zu beacht­en. Vor allem, wenn die Pfer­dezucht Ver­lust erwirtschaftet, die eigentliche Land- und Forstwirtschaft in ihrer Gesamtheit jedoch Gewinn ein­bringt, ist das Urteil des Bun­des­fi­nanzhofs (BFH, vom 28.11.1985, BSt­Bl. II 1986, S. 293) rel­e­vant. Eine gewin­nträchtige Land- und Forstwirtschaft darf nicht durch die Eingliederung ein­er ver­lust­brin­gen­den Lieb­haberei ihres Gewinns entk­lei­det wer­den. Eine reine Pen­sion­stier­hal­tung von Reitpfer­den ist der Land­wirtschaft zuzuord­nen, sofern für den gesamten Tierbe­stand des Betriebs die Flächen­deck­ung gegeben ist (siehe § 13 Abs. 1 Nr. 1 EStG). Unter densel­ben Voraus­set­zun­gen gehört auch eine Ver­mi­etung von Pfer­den zu Reitzweck­en zur Land- und Forstwirtschaft. Dies gilt jedoch nur, wenn keine Zusat­zleis­tun­gen (Reitun­ter­richt, Beauf­sich­ti­gung von Aus­rit­ten) erbracht wer­den. Ein Land­wirt, der selb­st Reitun­ter­richt erteilt, ist freiberu­flich tätig. Sofern der Reitun­ter­richt im Rah­men eines Reit­be­triebs erteilt wird und er dabei keine unter­ge­ord­nete Rolle spielt, so ist der Pfer­de­hal­tungs- und Reit­be­trieb ins­ge­samt als Gewer­be­be­trieb anzuse­hen.

Bei der Ermit­tlung der Einkün­fte aus LuF nach Durch­schnittssätzen hat sich auf­grund der Aktu­al­isierung der Ver­fü­gung ein Zusatz hin­sichtlich der Pfer­de­pen­sion ergeben. Bei Wirtschaft­s­jahren, die vor dem 31.12.1999 enden, gilt weit­er­hin: Sofern Einkün­fte ins­ge­samt als Einkün­fte aus LuF zu behan­deln sind, ist der Durch­schnittssatzgewinn durch einen Zuschlag gemäß § 13a Abs. 8 Nr. 3 EStG zu erhöhen. Bei Wirtschaft­s­jahren, die nach dem 31.12.1999 enden, gehören Ent­gelte für die Pen­sion­spfer­de­hal­tung in der Regel zu den geson­dert zu erfassenden Erträ­gen, die durch den Grund­be­trag nicht abge­golten wer­den. Sofern neben der Über­las­sung eines Stallplatzes weit­ere Leis­tun­gen erbracht wer­den und es sich dabei um eine ein­heitlich zu beurteilende Gesamtleis­tung han­delt, so gehört diese Gesamtleis­tung zu den Dien­stleis­tun­gen und ver­gle­ich­baren Tätigkeit­en nach § 13a Abs. 6 Satz 1 Nr. 3 EStG. Wenn sich die Leis­tung auf die Ver­mi­etung des Stellplatzes beschränkt, kön­nen die Ein­nah­men dem Grund­be­trag hinzuzurech­nen sein.

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