Steuer­nachricht­en 14/17 – 02.2011 –Im Urteil vom 4.11.2010 (Az.: 16 K 4489–08, E, G) hat sich das Finanzgericht Düs­sel­dorf zum Grund­stück­shan­del von Land­wirten geäußert. Danach führt die Veräußerung von Grund und Boden, der zum Anlagev­er­mö­gen eines land­wirtschaftlichen Betriebs gehört, an sich zu Ein­nah­men aus Land- und Forstwirtschaft, da die Veräußerung ein Hil­f­s­geschäft der land­wirtschaftlichen Tätigkeit darstellt. Dies gilt auch, wenn ein großes bish­er land­wirtschaftlich genutztes Grund­stück – wie hier vor­liegend – parzel­liert wird und diverse Parzellen mit großem Gewinn verkauft wer­den.

Grund­stücksveräußerun­gen über­schre­it­en jedoch den Bere­ich eines land­wirtschaftlichen Hil­f­s­geschäfts und stellen somit dann einen selb­st­ständi­gen gewerblichen Grund­stück­shan­del dar, wenn ein Land­wirt über die Parzel­lierung und Veräußerung hin­aus­ge­hende Tätigkeit­en entwick­elt, die das Ziel haben, das zu veräußernde Grund­stück zu einem Objekt ander­er Mark­t­gängigkeit zu machen (beispiel­sweise das Erstellen eines Lage­plans über einen Architek­ten mit Bau­vo­ran­frage).

Begrün­det wird dies damit, dass ein Land­wirt mit einem solchen Han­deln die Grund­stücke seines Anlagev­er­mö­gens wie ein Gewer­be­treiben­der ver­w­ertet.
Bei der Abgren­zung zwis­chen einem land­wirtschaftlichen Hil­fs­be­trieb und einem Gewer­be­be­trieb ist eben­so wie bei ein­er Abgren­zung zwis­chen einem Gewer­be­be­trieb und ein­er Ver­mö­gensver­wal­tung auf das Gesamt­bild der Ver­hält­nisse sowie auf die Verkehrsan­schau­ung abzustellen.