Am 1. April 2011 feierte Gün­ter Kerk­hof sein 50jähriges Jubiläum bei der Land­wirtschaftlichen Buch­führungs-Genossen­schaft Lippe eG.

Anlass genug für Frau San­dra Cas­trup von der  Lip­pis­chen Lan­deszeitung unseren Jubil­iar hierzu zu inter­viewen. Das Inter­view in Auszü­gen:

Mit 14 Jahren kon­nte ich noch nicht genau sagen, was ich nach der Schulzeit machen wollte”, erin­nert sich der Lagenser, der nur ein paar Häuser neben seinem heuti­gen Arbeit­splatz aufwuchs. “Ich hat­te das Geschehen dort täglich vor Augen und habe gedacht: da gehst du ein­fach mal hin.” Seine Mut­ter arbeit­ete damals in einem Land­han­del und wusste den Kon­takt zu Bauern zu schätzen, bracht­en die ihr doch in schlecht­en Zeit­en immer mal ein paar Kartof­feln mit. “Als Buch­hal­ter für Land­wirte, so glaubte sie, kön­nte ich eben­falls vorteil­hafte Kon­tak­te knüpfen.” Und Kon­tak­te knüpfen, das kon­nte Gün­ter Kerk­hof im Laufe der Jahrzehnte reich­lich: ” Ich bin nach mein­er drei­jähri­gen Lehrzeit klein ange­fan­gen, mit nur einem Man­dan­ten. Durch das Auss­chei­den eines Kol­le­gen wuchs mein Auf­gaben­bere­ich, um die 30 Man­dan­ten mussten betreut wer­den.” Vor 50 Jahren wur­den die Höfe monatlich aufge­sucht, mit ein­er riesi­gen Klade unter dem Arm, um dann hand­schriftlich und per Kopfrech­nen die Buch­führung zu erledi­gen. ” Kein Hof ohen Wach­hund, manch­mal bin ich vor Respekt im Auto sitzen geblieben und habe so lange gehupt, bis ich gerettet wurde”, lacht der 64-Jährige. “Man saß dann im Pri­vathaus, mit­ten zwis­chen der Fam­i­lie und hat­te Ein­blicke in ganz per­sön­liche Dinge. Dadurch sind im Laufe der Zeit sehr enge Beziehun­gen ent­standen. Manche Man­dan­ten betreue ich bere­its in der zweit­en Gen­er­a­tion. “Diese Abwech­slung im Beruf­sall­t­ag hat Kerk­hof sehr zu schätzen gel­ernt. Die Umstel­lung auf elek­tro­n­is­che Daten­ver­ar­beitung habe später einiges vere­in­facht, aber nicht alles verbessert. “Im Kopfrech­nen war ich früher spitze, heute ist mein Taschen­rech­n­er immer dabei. Man nimmt sich nur noch Belege und Kon­toauszüge mit, die für den Com­put­er buchungs­fer­tig gemacht wer­den. Das ist kinder­le­icht. Gibt man zum Beispiel Code 853 ein, weiß die Mas­chine: aha, Schweine verkauft.” Ganz ohne land­wirtschaftlichen Sachver­stand geht es natür­lich nicht: “Man muss hier schon wis­sen, wie viele Eier ein Huhn legt oder wie viel Milch eine Kuh gibt.”