Steuer­nachricht­en 14/16 – 04.2011 –Der Bun­des­fi­nanzhof (BFH) hat­te 2009 entsch­ieden, dass ein Hofladen bere­its dann zum Gewer­be­be­trieb wird, wenn der darin getätigte Net­toum­satz mit Fremd­pro­duk­ten ein Drit­tel des Net­to­ge­sam­tum­satzes oder den Höch­st­be­trag von 51.500 Euro über­steigt. Wird eine dieser Gren­zen drei Jahre in Folge über­schrit­ten, führe die gesamte Verkauf­stätigkeit im Hofladen ein­schließlich des Verkaufs von Eigen­pro­duk­ten ab dem vierten Jahr zu gewerblichen Einkün­ften (BFH v. 25.03.2009 – Az.: IV D 4 – S 2230/11/10001). Im Hin­blick auf dieses Urteil hat­te das Bun­desmin­is­teri­um der Finanzen (BMF) seine bish­erige Recht­sauf­fas­sung in den Einkom­men­steuer-Richtlin­ien (R 15 Abs. 5 und 6 EStR 2008) aufgegeben (BMF vom 18.01.2010, BSt­Bl. I 2010, S. 46).

Nach dem Ergeb­nis der Erörterun­gen mit den ober­sten Finanzbe­hör­den der Län­der hat das BMF im Schreiben vom 27.5.2011 (Az.: IV D 4 – SS 2230/11/10001) die zeitliche Anwen­dung des Schreibens vom 18.1. 2010 weit­er aus­ge­set­zt. Der Entwurf ein­er neuen Ver­wal­tungsan­weisung zur Abgren­zung der Land­wirtschaft vom Gewerbe wurde aus­gear­beit­et. Danach dür­fen der Absatz eigen­er Erzeug­nisse und damit im Zusam­men­hang ste­hende Tätigkeit­en sowie die Ver­wen­dung von Wirtschafts­gütern des Betrieb­sver­mö­gens für außer­be­triebliche Zwecke und Dien­stleis­tun­gen, die in einem Zusam­men­hang mit der Land-und Forstwirtschaft ste­hen, gemein­sam nicht die Über­wiegen­heits­gren­ze von 50 v.H. nach­haltig über­schre­it­en, ohne dass der Charak­ter als land- und forstwirtschaftliche Tätigkeit ver­loren geht.

Die neuen Abgren­zungsregeln sollen im Rah­men geän­dert­er Einkom­men­steuer-Richtlin­ien umge­set­zt wer­den, die voraus­sichtlich Anfang 2012 in Kraft treten wer­den.

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