Steuer­nachricht­en 16/16 – 04.2011 –In dem BMF-Schreiben vom 2.3.2011 (Az.: IV C 6 – S 2145/07/10002) sind die Neuerun­gen durch das Jahress­teuerge­setz (JStG) 2010 zur Abziehbarkeit der Aufwen­dun­gen für ein häus­lich­es Arbeit­sz­im­mer eingear­beit­et. Danach dür­fen die Aufwen­dun­gen für ein Arbeit­sz­im­mer sowie die Kosten für die Ausstat­tung grund­sät­zlich nicht als Betrieb­saus­gaben oder Wer­bungskosten abge­zo­gen wer­den.

Wenn jedoch das Arbeit­sz­im­mer den Mit­telpunkt der gesamten betrieblichen und beru­flichen Betä­ti­gung bildet, dür­fen die Aufwen­dun­gen in voller Höhe steuer­lich berück­sichtigt wer­den. Wenn für die betriebliche oder beru­fliche Tätigkeit kein ander­er Arbeit­splatz zur Ver­fü­gung ste­ht, sind die Aufwen­dun­gen bis zu dem Höch­st­be­trag von 1.250 Euro als Betrieb­saus­gaben oder Wer­bungskosten abziehbar.

Sofern ein häus­lich­es Arbeit­sz­im­mer auch pri­vat mit­be­nutzt wird und diese pri­vate Mit­be­nutzung nicht nur von unter­ge­ord­neter Bedeu­tung ist (< 10 v.H.), ste­ht die Regelung des § 12 Nr. 1 Einkom­men­steuerge­setz (EStG) ein­er Abziehbarkeit auch nur eines Teils der Aufwen­dun­gen ent­ge­gen. Denn nach § 12 EStG dür­fen Aufwen­dun­gen für den Haushalt des Steuerpflichti­gen und den Unter­halt sein­er Fam­i­lien­ange­höri­gen, auch wenn sie der Förderung des Berufs oder der Tätigkeit des Steuerpflichti­gen dienen, wed­er bei den einzel­nen Einkun­ft­sarten noch vom Gesamt­be­trag der Einkün­fte abge­zo­gen wer­den.

Etwas anderes ergibt sich auch nicht auf­grund der geän­derten Recht­sprechung des Bun­des­fi­nanzhofs (BFH) vom 21.9.2009 (Az.: GrS 1/06) zur Aufteilung der Aufwen­dun­gen für eine gemis­cht ver­an­lasste Reise. Der BFH hat in diesem Beschluss her­vorge­hoben, dass sich Reisekosten von den grund­sät­zlich nicht abziehbaren und nicht aufteil­baren Aufwen­dun­gen für die Lebens­führung unter­schei­den.

Nach den Aus­führun­gen des Finanzgerichts Baden-Würt­tem­berg vom 2.2.2011 (Az.: 7 K 2005/08) scheit­ert eine Abziehbarkeit auch nur eines Teils der Aufwen­dun­gen vor allem daran, dass eine klare und ein­deutige Abgrenzbarkeit der Aufwen­dun­gen nicht gegeben ist.

Vor allem, wenn eine Tren­nung des Arbeit­sz­im­mers von den pri­vat­en Räum­lichkeit­en des Haus­es oder der Woh­nung nicht vorhan­den ist, kann nicht davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass eine pri­vate Mit­be­nutzung des Raumes, der als Arbeit­sz­im­mer genutzt wird, nur von unter­ge­ord­neter Bedeu­tung ist.

Die Frage, ob ein Raum so gut wie auss­chließlich betrieblich oder beru­flich genutzt wird, ist anhand bes­timmter Beweisze­ichen zu beurteilen. Dazu gehört beispiel­sweise, ob das Arbeit­sz­im­mer von den Pri­va­träu­men getren­nt liegt.

Von ein­er schädlichen pri­vat­en Mit­be­nutzung eines Arbeit­sz­im­mers ist nach der Recht­sprechung dann auszuge­hen, wenn es sich bei dem Arbeit­sz­im­mer um ein Durch­gangsz­im­mer han­delt oder wenn das Zim­mer den alleini­gen Zugang zum Garten oder zur Ter­rasse bildet (BFH vom 18.3.1988 – Az.: VI R 49/85). Eine pri­vate Nutzung der Ter­rasse und des Gartens ist im vor­liegen­den Fall nur möglich, wenn das Arbeit­sz­im­mer durch­quert wird. Dem­nach liegt auch eine pri­vate (Mitbe-)Nutzung des Arbeit­sz­im­mers vor. Eine klare und ein­deutige Abgrenzbarkeit von pri­vat­en und beru­flichen Aufwen­dun­gen war im Stre­it­fall nicht möglich. Eine Aufteilung der Aufwen­dun­gen für das häus­liche Arbeit­sz­im­mer in pri­vat und beru­flich bed­ingte Aufwen­dun­gen ist nicht möglich. Die Aufwen­dun­gen kon­nten fol­glich nicht abge­zo­gen wer­den.

Tagged with →