Steuer­nachricht­en 8/16 – 04.2011 –Das Bun­desmin­is­teri­um der Finanzen (BMF) hat in einem Schreiben vom 1.4.2011 (Az.: IV C 5 – S 2334/08/10010) zur lohn­s­teuer­lichen Behand­lung der Über­las­sung eines betrieblichen Kraft­fahrzeugs für Fahrten zwis­chen Woh­nung und regelmäßiger Arbeitsstätte Stel­lung genom­men.

Wird der geld­w­erte Vorteil aus der pri­vat­en Nutzung eines betrieblichen Kraft­fahrzeugs zu pri­vat­en Fahrten nach der so genan­nten 1 %-Regelung besteuert, so ist der geld­w­erte Vorteil um monatlich 0,03 % des Brut­tolis­ten­preis­es für jeden Ent­fer­nungskilo­me­ter zwis­chen Woh­nung und Arbeitsstätte zu erhöhen. Im Ver­an­la­gungsver­fahren kann eine Einzel­be­w­er­tung der tat­säch­lichen Fahrten mit 0,002 % des Lis­ten­preis­es je Ent­fer­nungskilo­me­ter vorgenom­men wer­den.

Der Bun­des­fi­nanzhof (BFH) hat bere­its mehrfach entsch­ieden, dass die Zuschlagsregelung nach § 8 Abs. 2 Satz 3 EStG einen Kor­rek­tur­posten zum Wer­bungskosten­abzug darstellt und sie deshalb nur insoweit zur Anwen­dung kommt, wie der Arbeit­nehmer den Dienst­wa­gen tat­säch­lich für Fahrten zwis­chen Woh­nung und Arbeitsstätte benutzt hat (dazu u.a. BFH vom 28.8.2008 – Az.: VI R 52/07, BSt­Bl. II 2009, 280).
Die Finanzver­wal­tung hat auf die dies­bezügliche Recht­sprechung des BFH mit Nich­tan­wen­dungser­lassen geant­wortet. Durch die Urteile des BFH vom 22.9.2010 (Az.: VI R 54/09, Az.: VI R 55/09, Az.: VI R 57/09) ist ersichtlich, dass der BFH an sein­er Recht­sauf­fas­sung unverän­dert fes­thält. Das BMF hat nun­mehr die Nich­tan­wen­dungser­lasse aufge­hoben. Ab 2011 ist die BFH-Recht­sprechung im Lohn­s­teuer­abzugsver­fahren und im Ver­an­la­gungsver­fahren anwend­bar.

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