Steuer­nachricht­en 15/16 – 04.2011 –Bish­er war es höch­strichter­lich ungek­lärt, wie Abschrei­bun­gen auf Wind­parks vorzunehmen sind.

In seinem Urteil vom 14.4.2011 (Az.: IV R 46/09) hat der Bun­des­fi­nanzhof (BFH) darüber entsch­ieden, ob sich ein Wind­park aus mehreren Wirtschafts­gütern zusam­menset­zt und von welch­er Nutzungs­dauer dabei auszuge­hen ist. Er kam dabei zu der Entschei­dung, dass ein Wind­park aus mehreren selb­st­ständi­gen Wirtschafts­gütern beste­ht, die jedoch ein­heitlich abzuschreiben sind.

Zwar han­delt es sich bei einem Wind­park nicht um ein Wirtschaftsgut im Sinne ein­er nicht teil­baren Ein­heit, son­dern um mehrere selb­st­ständi­ge Wirtschafts­güter. Als jew­eils selb­st­ständi­ge Wirtschafts­güter sind nach dieser Entschei­dung die fol­gen­den Gegen­stände anzuse­hen:

  • jede Wind­kraftan­lage mit dem dazuge­höri­gen Trans­for­ma­tor neb­st der verbinden­den Verk­a­belung,
  • die Verk­a­belung von den Trans­for­ma­toren bis zum Strom­netz des Energiev­er­sorg­ers zusam­men mit der Über­gabesta­tion, soweit dadurch mehrere Wind­kraftan­la­gen miteinan­der ver­bun­den wer­den,
  • die Zuwe­gung.

All diese Wirtschafts­güter haben zwar unter­schiedliche Nutzungs­dauern, sie sind jedoch wegen ihrer tech­nis­chen Abstim­mung aufeinan­der und wegen der ein­heitlichen Bau-und Betrieb­s­genehmi­gung ein­heitlich abzuschreiben. Die betrieb­s­gewöhn­liche Nutzungs­dauer der Wind­kraftan­la­gen wird auf 16 Jahre geschätzt.

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