Ker­naus­sage
Heil­beru­fliche Leis­tun­gen sind nur von der Umsatzs­teuer befre­it, wenn sie ein ther­a­peutis­ches Ziel ver­fol­gen. Leis­tun­gen, die lediglich der Well­ness oder der Steigerung des all­ge­meinen Wohlbefind­ens dienen, fall­en nicht hierunter.

Neue Ver­wal­tungsan­weisung
Die Ober­fi­nanzdi­rek­tion (OFD) Frank­furt a. M. hat nun die Leis­tun­gen von Phys­io­ther­a­peuten bzw. staatlich geprüften Masseuren unter die Lupe genom­men. Deren Leis­tun­gen sind nur dann steuer­be­fre­it, wenn sie ärztlich verord­net sind oder es sich um Leis­tun­gen im Rah­men ein­er Vor­sorge- oder Reha­bil­i­ta­tion­s­maß­nahme han­delt. Leis­tun­gen, die ohne ärztliche Anord­nung lediglich aus kos­metis­chen Grün­den durchge­führt wer­den bzw. der Well­ness dienen, sind dage­gen nicht steuer­be­fre­it. Behand­lun­gen im Anschluss an eine ärztliche Diag­nose, für die die Patien­ten die Kosten selb­st tra­gen, sind nun auch nur noch steuer­be­fre­it, wenn sie ärztlich verord­net sind. Anderen­falls han­delt es sich um steuerpflichtige Präven­tion­s­maß­nah­men. Soweit phys­io­ther­a­peutis­che Leis­tun­gen steuerpflichtig sind, kommt der ermäßigte Steuer­satz zur Anwen­dung.

Kon­se­quen­zen
Phys­io­ther­a­peuten müssen sich darauf ein­stellen, dass die Finanzver­wal­tung die genan­nten Vor­gaben über­prüfen wird. Hier­bei fordert der Fiskus, dass die Steuer­be­freiung in jedem Einzelfall nachzuweisen ist. Dies dürfte ins­beson­dere für die ärztlichen Verord­nun­gen gel­ten. Die entsprechen­den Unter­la­gen sind daher aufzube­wahren. Soweit steuerpflichtige Umsätze vor­liegen, bedeutet dies nicht zwin­gend, dass auch Umsatzs­teuer abzurech­nen und abzuführen ist. Sofern die Umsatz­gren­ze für Klei­n­un­ternehmer (17.500 EUR) nicht über­schrit­ten wird, kann dies unterbleiben. Soweit Umsatzs­teuer entste­ht, ist zu berück­sichti­gen, dass kor­re­spondierend hierzu das Recht auf Vors­teuer­abzug entste­ht. Der Vors­teuer­abzug ist jedoch nur möglich, wenn ord­nungs­gemäße Ein­gangsrech­nun­gen vor­liegen. Hier­auf sollte geachtet wer­den, wenn nicht mit Sicher­heit aus­geschlossen wer­den kann, dass Umsatzs­teuer entste­ht.