Kern­prob­lem
Nach ständi­ger Recht­sprechung des Bun­des­fi­nanzhofs (BFH) sind Miet­zahlun­gen aus Anlass ein­er beru­flich begrün­de­ten dop­pel­ten Haushalts­führung nur begren­zt abziehbar. Als notwendi­ge Mehraufwen­dun­gen sind nur ort­sübliche Mietkosten für eine 60 qm große Woh­nung in durch­schnit­tlich­er Lage und Ausstat­tung anzuse­hen. Ist der dop­pelte Haushalt teur­er, dro­ht eine anteilige Kürzung der Wer­bungskosten. Der BFH hat jet­zt dop­pelte Miet­zahlun­gen unter dem Aspekt beru­flich ver­an­lasster Umzugskosten geprüft und ist zu einem dif­feren­ziert­eren Ergeb­nis gelangt.

Sachver­halt
Im Stre­it­fall mieteten Ehe­gat­ten wegen eines Arbeit­splatzwech­sels des Ehe­manns eine 165 qm große Fam­i­lien­woh­nung an, die der Ehe­mann zunächst allein bezog, um sein­er beru­flichen Tätigkeit nachzuge­hen. Ehe­frau und Kind zogen etwa 3 Monate später plan­mäßig hin­ter­her. Die Miete für den neu gegrün­de­ten dop­pel­ten Haushalt machte der Ehe­mann in voller Höhe als Wer­bungskosten gel­tend. Das Finan­zamt wollte diese nach den Grund­sätzen der dop­pel­ten Haushalts­führung nur anteilig im Ver­hält­nis ein­er 60 qm großen Woh­nung anerken­nen. Auch das Finanzgericht sah durch den im Vorhinein geplanten Fam­i­li­en­nachzug keinen Grund für eine Abzugser­weiterung.

Entschei­dung
Der BFH ist zu dem Ergeb­nis gekom­men, dass die Mietkosten der Höhe nach unbe­gren­zt, aber zeitlich auf die Umzugsphase beschränkt, Wer­bungskosten sein kön­nen. Damit sub­sum­iert der BFH die Kosten unter den all­ge­meinen Wer­bungskosten­be­griff (hier als Umzugskosten), die nicht der geset­zlichen Ein­schränkung des dop­pel­ten Haushalts unter­liegen. Auch dop­pelte Mietaufwen­dun­gen kön­nten zei­tan­teilig durch den Umzug bed­ingt sein, und zwar für die neue Fam­i­lien­woh­nung bis zum Umzugstag (der Fam­i­lie) und für die bish­erige Woh­nung ab dem Umzugstag (der Fam­i­lie), läng­stens bis zum Ablauf der Kündi­gungs­frist des bish­eri­gen Mietver­hält­niss­es.

Kon­se­quenz
Der Abzug von Umzugskosten als Wer­bungskosten set­zt voraus, dass pri­vate Gründe eine unter­ge­ord­nete Rolle spie­len. Arbeit­splatzwech­sel oder eine erhe­bliche Zeit­erspar­nis für die Fahrten zur Arbeit (lt. BFH etwa 1 Stunde täglich) sind typ­is­che Anze­ichen für eine beru­fliche Ver­an­las­sung. Nach der Ver­wal­tungsauf­fas­sung richtet sich der steuer­liche Abzug für Umzugskosten nach dem Bun­desumzugskostenge­setz, das für Erstat­tun­gen an Beamte gilt. Dass hier­nach die Miete der neuen Woh­nung grund­sät­zlich nicht begün­stigt ist (Aus­nahme: Leer­stand), hält der BFH für nicht entschei­dungser­he­blich.