Hin­ter­grund
In Deutsch­land wird die Einkom­men­steuer auf Arbeit­slöhne durch unmit­tel­baren Ein­be­halt beim Arbeit­ge­ber erhoben, der sie an das Finan­zamt abführt. Um für jeden Arbeit­nehmer die Lohn­s­teuer in zutr­e­f­fend­er Höhe ein­be­hal­ten zu kön­nen, wurde bis­lang die Lohn­s­teuerkarte, die alle notwendi­gen Infor­ma­tio­nen enthielt, benötigt. Weil das Lohn­s­teuer­abzugsver­fahren mod­ernisiert wird, war die Lohn­s­teuerkarte 2010 die let­zte, die von den Gemein­den gedruckt und aus­gegeben wurde. Sie wird ab dem 1.1.2012 durch ein elek­tro­n­is­ches Ver­fahren (ELStAM) erset­zt, behält aber für die Über­gangszeit ihre Gültigkeit. Bei dem Ver­fahren wer­den die Besteuerungsmerk­male aller Arbeit­nehmer in ein­er zen­tralen Daten­bank (ELStAM = Elek­tro­n­is­che Lohn­s­teuer-Abzugs-Merk­male) erfasst.

Ablauf des ELStAM-Ver­fahrens
Beim ELStAM-Ver­fahren muss der Arbeit­nehmer seinem Arbeit­ge­ber kün­ftig zu Beginn ein­er neuen Beschäf­ti­gung ein­ma­lig sein Geburts­da­tum und seine steuer­liche Iden­ti­fika­tion­snum­mer angeben und mit­teilen, ob es sich um ein Haupt- oder Neben­ver­hält­nis han­delt. Mith­il­fe dieser Infor­ma­tio­nen kann der Arbeit­ge­ber die benötigten Dat­en für den Lohn­s­teuer­abzug elek­tro­n­isch bei der Finanzver­wal­tung abrufen. Hat das Arbeitsver­hält­nis bere­its in 2011 bestanden, liegen dem Arbeit­ge­ber die für den Abruf erforder­lichen Infor­ma­tio­nen in der Regel bere­its vor. Wenn sich an den steuer­lichen Ver­hält­nis­sen etwas ändert, z. B. durch Heirat eine neue Steuerk­lasse anzuwen­den ist oder sich die Höhe eines Frei­be­trags geän­dert hat, wer­den die ELStAM neu gebildet und der Arbeit­ge­ber erhält die Nachricht, dass neue Dat­en abzu­rufen sind.

Verzögerung bei der Ein­führung
Die Ein­führung der elek­tro­n­is­chen Lohn­s­teuerkarte wird auf Grund von tech­nis­chen Verzögerun­gen nicht zum 1.1.2012 erfol­gen. Ein weit­er­er Ver­such soll voraus­sichtlich im 2. Quar­tal 2012 ges­tartet wer­den. Über­gangsweise gel­ten die Besteuerungsmerk­male der Lohn­s­teuerkarten aus 2010 auch für das Jahr 2012.

Prax­is­tipps
Die Finanzämter informieren bis Ende Novem­ber 2011 alle Arbeit­nehmer schriftlich über die gespe­icherten Dat­en. In vie­len Fällen entsprechen die Dat­en indes nicht (mehr) den tat­säch­lichen Ver­hält­nis­sen. Die Arbeit­nehmer soll­ten das Infor­ma­tion­ss­chreiben ihres Finan­zamts umge­hend kon­trol­lieren und unrichtige Merk­male noch in diesem Jahr kor­rigieren lassen. Der Antrag auf Kor­rek­tur kann tele­fonisch oder schriftlich erfol­gen. Für das Lohn­s­teuer­ermäßi­gungsver­fahren 2012 müssen sämtliche antrags­ge­bun­de­nen Ein­träge und Frei­be­träge (wie z. B. Wer­bungskosten, Son­der­aus­gaben, außergewöhn­liche Belas­tun­gen, Fak­torver­fahren, Hinzurech­nungs­be­träge) vom Arbeit­nehmer neu beantragt wer­den. Anderen­falls unterbleibt eine Berück­sich­ti­gung. Ein Pausch­be­trag für behin­derte Men­schen und Hin­terbliebene sowie die Anzahl der Kinder müssen jedoch nur dann neu beantragt wer­den, wenn sie im o. g. Infor­ma­tion­ss­chreiben nicht enthal­ten sind.

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