Nach ein­er Eini­gung von Bund und Län­dern im Ver­mit­tlungsauss­chuss kon­nte das Steuervere­in­fachungs­ge­setz 2011 am 23.9.2011 von Bun­destag und Bun­desrat  ver­ab­schiedet wer­den. Im Ver­mit­tlungsver­fahren wurde die Möglichkeit, nur noch alle zwei Jahre Steuer­erk­lärun­gen abzugeben, gestrichen. Ein nen­nenswert­er Vere­in­fachungsef­fekt wäre mit der Neuregelung nicht ver­bun­den gewe­sen, im Gegen­teil hätte sich eine zeitliche Zusam­men­bal­lung des Aufwands für Steuerpflichtige, Berater und Ver­wal­tung ergeben. Der Arbeit­nehmer­pausch­be­trag wird ab dem Jahr 2011 um 80 Euro auf 1.000 Euro erhöht. Vere­in­fachun­gen wird es auf­grund des Geset­zes vor allem beim Kinderfreibetrag/Kindergeld, bei der Berech­nung der Ent­fer­nungspauschale und bei der ver­bil­ligten Wohn­raumver­mi­etung geben — diese in Zukun­ft bere­its dann vol­lent­geltlich und berechtigt zum vollen Wer­bungskosten­abzug, wenn der Miet­zins min­destens zwei Drit­tel (66 %) der ort­süblichen Miete beträgt.

Für Land- und Forstwirte wird ab dem VZ 2010, wie bish­er schon für Gewer­be­be­triebe, die Abgabefrist für Steuer­erk­lärun­gen von bish­er 3 Monate auf 5 Monate nach Ablauf des maßge­blichen Besteuerungszeitraums ver­längert.

Die Besteuerung der Betriebe der Forstwirtschaft wurde unter Berück­sich­ti­gung der neueren Recht­sprechung des BFH grundle­gend über­ar­beit­et. So wird in Jahren ein­er außergewöhn­lichen Holznutzung (Kalamität­snutzung) der Steuer­satz hal­biert, bei Vor­liegen eines Forst­be­trieb­sgutacht­ens sog­ar geviertelt. Um auf große Schadensereignisse angemessen reagieren zu kön­nen, kann die Bun­desregierung mit Zus­tim­mung des Bun­desrates Bil­ligkeits­maß­nah­men erlassen, sodass buch­führungspflichtige Forst­be­triebe nach erfol­gtem Ein­schlag Kalamität­sholz nicht aktivieren müssen und die vorhan­dene Liq­uid­ität zur Besei­t­i­gung des Schadensereigniss­es nutzen kön­nen. Die Betrieb­saus­gaben­pauschalen für kleine, nicht buch­führungspflichtige Forst­be­triebe wur­den mod­er­at abge­senkt. Damit sind grund­sät­zlich sämtliche Betrieb­saus­gaben eines Wirtschaft­s­jahres abge­golten, ausgenom­men Wieder­auf­forstungskosten.

Die Bun­desregierung hat zu dem Geset­zen­twurf zur steuer­lichen Förderung von ener­getis­chen Sanierungs­maß­nah­men an Wohnge­bäu­den den Ver­mit­tlungsauss­chuss angerufen. Durch das Gesetz sollen Kosten für Bau­maß­nah­men, die den Energiebe­darf von vor 1995 errichteten Wohnge­bäu­den erhe­blich ver­ringern, steuer­min­dernd gel­tend gemacht wer­den kön­nen. Voraus­set­zung ist eine Bestä­ti­gung der Energieeinsparung durch Bausachver­ständi­ge.

In Nor­drhein-West­falen und Baden-Würt­tem­berg wurde die Grun­der­werb­s­teuer von 3,5 auf 5 % erhöht, mit den Mehrein­nah­men sollen die Haushalte weit­er kon­so­li­diert wer­den.

Ab dem 1.7.2011 ist bei elek­tro­n­isch über­mit­tel­ten Rech­nun­gen keine qual­i­fizierte elek­tro­n­is­che Sig­natur mehr erforder­lich, aber es müssen die Echtheit der Herkun­ft, die Unversehrtheit des Inhalts und die Les­barkeit gewährleis­tet sein. Es gel­ten die gle­ichen Auf­be­wahrungsvorschriften wie für son­stige Rech­nun­gen, allerd­ings müssen elek­tro­n­is­che Rech­nun­gen auf einem Daten­träger auf­be­wahrt wer­den.

Die Arbeit­nehmer wur­den per Post über ihre per­sön­lichen elek­tro­n­is­chen Lohn­s­teuer­abzugsmerk­male informiert (Steuerk­lasse, Kirchen­s­teuer­merk­mal, Zahl der Kinder­frei­be­träge, Pausch­be­trag für behin­derte Men­schen und Hin­terbliebene). Die Empfänger wur­den gebeten, ihre Dat­en zu über­prüfen und Kor­rek­turen beim zuständi­gen Finan­zamt zu beantra­gen. Frei­be­träge, die bis­lang auf der Lohn­s­teuerkarte einge­tra­gen waren (z. B. für Fahrten zwis­chen Woh­nung und Arbeitsstätte), müssen für 2012 neu beantragt wer­den, wenn diese für das neue Jahr weit­er gel­ten sollen.