Zum Jahres­be­ginn ist Fol­gen­des in Kraft getreten:

Der Beitrag zur Renten­ver­sicherung ist von 19,9 auf 19,6 Prozent gesunken.

Die steuer­liche Berück­sich­ti­gung von erstat­teten Basiskranken- und geset­zlichen Pflegev­er­sicherungs-beiträ­gen oder Kirchen­s­teuern wird ab dem Jahr 2012 vere­in­facht. Erfol­gen der­ar­tige Erstat­tun­gen, ist der Erstat­tungs­be­trag mit den im Ver­an­la­gungszeitraum getätigten gle­ichar­ti­gen Aufwen­dun­gen zu ver­rech­nen. Der Dif­ferenz­be­trag ist dann Son­der­aus­gabe. Sind die Erstat­tun­gen höher als die Aufwen­dun­gen, ergibt sich ein sog. Erstat­tungsüber­hang, der dem Gesamt­be­trag der Einkün­fte im Ver­an­la­gungszeitraum der Erstat­tung hinzuzurech­nen ist.

Für Altersvor­sorgev­erträge, Basis­renten­verträge und betriebliche Altersver­sorgungszusagen ist Voraus­set­zung für die steuer­liche Anerken­nung u. a., dass die Renten- bzw. Ver­sorgungsleis­tun­gen nicht vor Vol­len­dung des 60. Leben­s­jahres erfol­gen. Die Min­destal­ters­gren­ze wurde für Verträge, die nach dem 31.12.2011 abgeschlossen wer­den, von bish­er 60 auf 62 Jahre ange­hoben.

Bei Riester-Verträ­gen ist für mit­tel­bar Zulage­berechtigte ab 2012 ein Min­dest­beitrag von 60 Euro vorge­se­hen, um Rück­forderun­gen von Zula­gen zu ver­mei­den.

Das Lohn­s­teuer­abzugsver­fahren befind­et sich im Umbruch. Die auf der immer noch gel­tenden Lohn-steuerkarte 2010 einge­tra­ge­nen Lohn­s­teuer­abzugsmerk­male (Steuerk­lasse, Zahl der Kinder­frei­be­träge, Reli­gion­s­merk­mal, Fak­tor) bleiben weit­er­hin gültig und  sind der Berech­nung der LSt im Jahr 2012 zugrunde zu leg­en. Der ursprünglich im Kalen­der­jahr 2012 vorge­se­hene Start­ter­min für das neue Ver­fahren der elek­tro­n­is­chen Lohn­s­teuerkarte ver­schiebt sich auf­grund tech­nis­ch­er Schwierigkeit­en auf den 1.1.2013.

Ab 2012 wird die Berech­nung der Ent­fer­nungspauschale vere­in­facht. Bei Nutzung divers­er Verkehrsmit­tel müssen die Kosten für öffentliche Verkehrsmit­tel nicht mehr für jeden einzel­nen Tag belegt wer­den.

Mit Wirkung vom 1.1.2012 wer­den die Beleg- und Buch­nach­weispflicht­en für Aus­fuhrliefer­un­gen an die seit dem 1.7.2009 beste­hende EU-ein­heitliche Pflicht zur Teil­nahme am elek­tro­n­is­chen Aus­fuhrver­fahren („ATLAS-Aus­fuhr“) angepasst. Außer­dem wur­den für die Steuer­be­freiung innerge­mein­schaftlich­er Liefer­un­gen ein­fachere und ein­deutigere Nach­weis­regelun­gen geschaf­fen: Für innerge­mein­schaftliche Liefer­un­gen ist sowohl in Beförderungs- als auch in Versendungs­fällen der geset­zlich vorgeschriebene Bele­g­nach­weis mit ein­er sog.  Gelan­gens­bestä­ti­gung zu führen.

Steuerpflichtige kön­nen sich bere­its im Vor­feld ein­er Investi­tion­sentschei­dung mehr Rechtssicher­heit über die damit ver­bun­de­nen steuer­lichen Fol­gen ver­schaf­fen, indem sie beim Finan­zamt einen Antrag auf Erteilung ein­er verbindlichen Auskun­ft stellen. Bei einem Gegen­standswert unter 10.000 Euro wird kün­ftig auf eine Gebühren­er­he­bung verzichtet.

Um die Ermit­tlung des gemeinen Werts bebauter Grund­stücke im Sach­w­ertver­fahren zu gewährleis­ten, wer­den die Regel­her­stel­lungskosten anhand der vom Sta­tis­tis­chen Bun­de­samt veröf­fentlicht­en Baupreisin­dizes an die Entwick­lung der Baupreise angepasst.

Um kleinere und mit­tlere Einkom­men zu ent­las­ten, ist vorge­se­hen, den Grund­frei­be­trag bei der Einkom­men­steuer zum 1.1.2013 anzuheben. Darüber hin­aus sollen die Wirkung der kalten Pro­gres­sion alle zwei Jahre über­prüft und bei Bedarf eine Tar­ifko­r­rek­tur vorgenom­men wer­den.