Mit Schreiben vom 2.1.2012 – IV D 3 – S-7185/09/10001 hat sich das Bun­desmin­is­teri­um der Finanzen (BMF) zur Angemessen­heit der Vergü­tung bei ehre­namtlich­er Tätigkeit geäußert.

Gemäß § 4 Nr. 26 Buchst. b Umsatzs­teuerge­setz (UStG) sind die im Ehre­namt erziel­ten Umsätze steuer­frei, sofern das Ent­gelt für eine ehre­namtliche Tätigkeit nur in Aus­la­gen­er­satz und ein­er angemesse­nen Entschädi­gung für Zeitver­säum­nis beste­ht.

Die Ent­gelte für die ehre­namtliche Tätigkeit sind dann angemessen, wenn die Entschädi­gung 50 Euro/Tätigkeitsstunde nicht über­steigt. Darüber hin­aus darf die Vergü­tung für die gesamten ehre­namtlichen Tätigkeit­en 17.500 Euro pro Jahr nicht über­steigen.

Der tat­säch­liche Zeitaufwand der ehre­namtlichen Tätigkeit ist nachvol­lziehbar zu doku­men­tieren. Eine vom tat­säch­lichen Zeitaufwand unab­hängige, beispiel­sweise laufend gezahlte Pauschale bzw. monatliche/jährlich laufend gezahlte pauschale Vergü­tung führt zur Nich­tan­wend­barkeit der Befreiungsvorschrift. Sämtliche für diese Tätigkeit gezahlten Vergü­tun­gen unter­liegen dann der Umsatzs­teuer, auch der Aus­la­gen­er­satz, der eigentlich ein durch­laufend­er Posten ist.

Diese Regelung führt für ehre­namtlich Tätige zu zusät­zlichem Ver­wal­tungsaufwand, da sie kün­ftig den Zeitaufwand ihrer ehre­namtlichen Tätigkeit nachvol­lziehbar doku­men­tieren müssen. Außer­dem geht sie an  der Prax­is vor­bei, da in vie­len Vere­inen pauschale Vergü­tun­gen für ehre­namtlich Tätige die Regel sind. Die Grund­sätze dieses BMF-Schreibens sind auf Umsätze anzuwen­den, die nach dem 31. März 2012 aus­ge­führt wer­den.

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