Mit Schreiben vom 9.12.2011 – IV D 3 – S 7360/11/10003 gibt das Bun­des­fi­nanzmin­is­teri­um genauere Infor­ma­tio­nen zur Anwen­dung der Klei­n­un­ternehmer­regelung gemäß § 19 Abs. 1 Umsatzs­teuerge­setz (UStG) im Hin­blick auf die Ver­pach­tung land­wirtschaftlich­er Betriebe und der erfol­gten Änderung des Umsatzs­teuer-Anwen­dungser­lass­es (Ergänzung des Abschnitts 19.1 und Änderung des Absatzes 19.4).

Aus­ge­führt wird dabei, dass ein Unternehmer, der seinen land­wirtschaftlichen Betrieb ver­pachtet und dessen unternehmerische Betä­ti­gung sich im Bere­ich der Land­wirtschaft in dieser Ver­pach­tung erschöpft, keinen land­wirtschaftlichen Betrieb gemäß § 24 UStG betreibt. Die Anwen­dung der Durch­schnittssatzbesteuerung ist dem­nach aus­geschlossen (Abschnitt 24.3 Abs. 7 und 8 UStAE). Sofern der Brut­toum­satz (ein­schließlich der steuerpflichti­gen Umsätze aus der Ver­pach­tung) nicht den Betrag von jährlich 17.500 Euro über­steigt bzw. wird im laufend­en Kalen­der­jahr der Betrag von 50.000 Eurovo­raus­sichtlich nicht über­schrit­ten, kann die Klei­n­un­ternehmer­regelung angewen­det wer­den. In die Ermit­tlung des Gesam­tum­satzes sind steuer­freie Ver­pach­tung­sum­sätze nicht mit einzubeziehen.

Aus Vere­in­fachungs­grün­den kann bei der Anwen­dung des § 19 Abs. 1 UStG zu Beginn der Ver­pach­tung auf den voraus­sichtlichen Gesam­tum­satz des laufend­en Kalen­der­jahres abgestellt wer­den. Sofern die Ver­pach­tung im Laufe eines Jahres begin­nt, wer­den – eben­falls zur Vere­in­fachung – die vor der Ver­pach­tung erziel­ten Umsätze, die unter die Durch­schnittssatzbesteuerung nach § 24 UStG fall­en, bei der Ermit­tlung des Gesam­tum­satzes des laufend­en Jahres nicht berück­sichtigt.