Der Bun­des­fi­nanzhof (BFH) hat­te mit Urteil vom 14.7.2010 — XI R 9/09 entsch­ieden, dass für Betrieb­svor­rich­tun­gen, die als wesentliche Bestandteile auf Dauer in ein Gebäude einge­baut wer­den, der für Grund­stücke gel­tende Vors­teuer­berich­ti­gungszeitraum von zehn Jahren gilt. Begrün­det wurde diese Entschei­dung damit, dass in § 15 a Umsatzs­teuerge­setz (UStG) lediglich zwis­chen Wirtschafts­gütern mit einem fün­fjähri­gen Berich­ti­gungszeitraum und Grund­stück­en ein­schließlich ihrer wesentlichen Bestandteile mit einem zehn­jähri­gen Berich­ti­gungszeitraum unter­schieden wird.

Nun hat die Ober­fi­nanzdi­rek­tion Frankfurt/Main (OFD) zum Vors­teuer­berich­ti­gungszeitraum für Betrieb­svor­rich­tun­gen, die wesentliche Bestandteile eines Gebäudes sind, ins­beson­dere Pho­to­voltaikan­la­gen, Stel­lung genom­men (Ver­fü­gung vom 17.10.2011 – S 7316 A  –  2  –  St 128). Die OFD führt aus, dass Pho­to­voltaikan­la­gen Betrieb­svor­rich­tun­gen darstellen, die als selb­ständi­ge Wirtschafts­güter eigen­ständi­ge und vom Grund­stück unab­hängige Zuord­nung­sob­jek­te im umsatzs­teuer­lichen Sinne sind. Bezüglich des Berich­ti­gungszeitraums ist Fol­gen­des zu beacht­en:

Auf-Dach-Pho­to­voltaikan­la­gen gehören regelmäßig nicht zu den wesentlichen Bestandteilen eines Gebäudes.
Das Gebäude wird in der Regel auch ohne diese Anlage als fer­tiggestellt ange­se­hen. Für diese Auf-Dach-Pho­to­voltaikan­la­gen gilt regelmäßig der 5‑jährige Berich­ti­gungszeitraum. Demge­genüber dienen dachin­te­gri­erte Pho­to­voltaikan­la­gen auch als Dachdeck­ungser­satz und sind somit wesentlich­er Gebäudebe­standteil. Die Regelun­gen des Berich­ti­gungszeitraums nach § 15 a Abs. 1 UStG kommt dem­nach nicht in Betra­cht. Hier gilt der 10-jährige Berich­ti­gungszeitraum.