Das Thüringer Finanzgericht (FG) hat mit Urteil vom 10. 2. 2011 – IV 640/06 über einen Fall entsch­ieden, der den Abbau von Überbestän­den bei einem erfol­gten Holzein­schlag und die Gel­tend­machung von Anschaf­fungskosten zur Grund­lage hat­te.

Das FG führt dabei aus, dass in einem Forst­be­trieb als Wirtschaftsgut beim ste­hen­den Holz der in einem selb­ständi­gen Nutzungs- und Funk­tion­szusam­men­hang ste­hende Baumbe­stand anzuse­hen ist, der sich durch geo­graphis­che Fak­toren, die Holzartzusam­menset­zung oder die Alter­sklassen­zusam­menset­zung deut­lich von den übri­gen Holzbestän­den abgren­zt. Zudem muss regelmäßig eine Min­dest­größe von einem Hek­tar gegeben sein.

Anschaf­fungs- oder Her­stel­lungskosten kön­nen nur dann gewin­nwirk­sam berück­sichtigt wer­den (solange der Bestand die Hiebreife noch nicht erre­icht hat), wenn sämtlich­es Holz eines Bestandes, der ein selb­ständi­ges Wirtschaftsgut darstellt, eingeschla­gen wird.

Bei ein­er Ent­fer­nung der sog. Überbestände durch die Forstwirtschaft der ehe­ma­li­gen DDR han­delt es sich nach den Aus­führun­gen des FG zwar nicht mehr um eine nor­male Durch­forstung, son­dern um eine Art End­nutzung. Sofern sich jedoch kein „wesentlich­er Ein­schlag“ im hiebreifen Bestand fest­stellen lässt, da aus einem Gesamtbe­stand von etwa 237.000 Fest­metern lediglich 17.000 Fest­meter Holz veräußert wer­den, liegt kein Fall ein­er Sub­stan­z­ab­spal­tung vor, so dass anteilige Anschaf­fungskosten als Betrieb­saus­gaben den Erlösen nicht gegenübergestellt wer­den kön­nen.

Gegen dieses Urteil wurde Revi­sion ein­gelegt. Das Akten­ze­ichen des Bun­des­fi­nanzhofs lautet: IV R 37/11.

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