Mit Urteil vom 2.12.2011 – 5 K 47/10 hat das Finanzgericht Schleswig-Hol­stein (FG) entsch­ieden, dass ein sog. Sub­stan­zaus­beutev­er­trag, auf dessen Grund­lage dem Ver­tragspart­ner eines Grund­stück­seigen­tümers zeitlich begren­zt das Grund­stück zur Hebung der darin ruhen­den Boden­schätze über­lassen wird, in der Regel ein Pachtver­trag ist. Die daraus erziel­ten Einkün­fte stellen Einkün­fte aus Ver­mi­etung und Ver­pach­tung dar. Mit der Entschei­dung fol­gt das FG der Recht­sprechung des BFH (dazu Urteil vom 6.5.2003 – IX R 64/98). Rel­e­vant war für das FG der wirtschaftliche Gehalt des zugrunde liegen­den Ver­trags. Dabei sah es das FG  als bedeut­sam an, dass die ver­tragliche Vere­in­barung umfan­gre­iche, für einen Kaufver­trag atyp­is­che Pflicht­en des Aus­beuteberechtigten über die Art und Weise der Abtra­gung des Bodens auf der abzubauen­den Fläche sowie hin­sichtlich der Rekul­tivierung nach Beendi­gung der Abbau­maß­nahme vor­sah. Bei diesen Pflicht­en tritt die pachtver­tragstyp­is­che Grund­stück­süber­las­sung in den Vorder­grund. Die Revi­sion wurde zuge­lassen (BFH: IX R 6/12).

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