Zunächst hat­te das Bun­des­fi­nanzmin­is­teri­um (BMF) die Auf­fas­sung vertreten, dass es sich bei Trans­portkosten grund­sät­zlich um Ent­gelt­min­derung han­dele. Diese Auf­fas­sung hat das BMF mit Schreiben vom 16.12.2010 aufgegeben. Seit­dem ver­tritt das BMF die Mei­n­ung, dass in den Fällen, in denen die Gefahr ein­er Schädi­gung des Schlacht­tiers oder des Unter­gangs erst nach vol­len­de­ter Wägung des Tieres auf den Schlachthof überge­ht, der vorherige Viehtrans­port und die Klas­si­fizierun­gen als geson­dert zu beurteilende Leis­tun­gen des Schlachthofs anzuse­hen sind, für die der Steuer­satz von 19 % gilt.

Von Seit­en des Deutschen Bauern­ver­ban­des und der Deutschen Renten­ver­sicherung gab es mit Datum vom 13.5.2011 ein Schreiben an das Bun­desmin­is­teri­um mit der Frage, welch­er Zeit­punkt für diese Neuregelung maßge­blich sei. Das BMF reagierte mit Schreiben vom 18.1.2012 – IV D 2 – S 7200/09/10003 auf diese Eingabe und teilte mit, dass die neue Beurteilung für Umsätze ab dem 1.1.2012 gelte. Wenn bei Umsätzen, die vor dem 1.1.2012 aus­ge­führt wür­den, die beteiligten Unternehmer eine Ent­gelt­min­derung angenom­men haben, werde dies nicht bean­standet, wenn die Gefahr des zufäl­li­gen Unter­gangs mit vol­len­de­ter Wägung am Schlachthof auf diesen überge­he.

Im BMF-Schreiben vom 18.1.2012 wird darüber hin­aus auch klargestellt, dass diese umsatzs­teuer­liche Beurteilung für alle Vorkosten gilt, die bis zur Vol­len­dung der Wägung aus­ge­führt wer­den. Dabei ergeben sich Vorkosten als Sam­mel­be­griff – man­gels geset­zlich­er Def­i­n­i­tion – aus den einzelver­traglichen Vere­in­barun­gen zwis­chen dem Land­wirt und dem Schlachthof (z. B. Trans­portkosten und Klas­si­fizierun­gen).