Im Urteil des Bun­des­fi­nanzhofs (BFH) vom 3.11.2011 – V R 32/10 war stre­it­ig, ob für eine Vors­teuer­berich­ti­gung bei der Anwen­dung der Ger­ingfügigkeits­gren­ze gem. § 44 Abs. 1 Umsatzs­teuer-Durch­führungsverord­nung (USt­DV) auf die gesamte Liefer­par­tie als Sachge­samtheit oder auf jedes einzelne Tier als Wirtschaftsgut abzustellen ist. Nach § 44 Abs. 1 USt­DV ent­fällt eine Berich­ti­gung des Vors­teuer­abzugs nach § 15a USt­DV, wenn die auf die Anschaf­fungs- und Her­stel­lungskosten eines Wirtschaftsguts ent­fal­l­ende Vors­teuer 1.000 Euro nicht über­steigt.

Der Land­wirt ver­s­teuerte seine Umsätze im Jahr 2007 nach den all­ge­meinen Vorschriften gemäß § 24 Abs. 4 UStG. Im Jahr 2008 kehrte der Land­wirt zur Besteuerung nach Durch­schnittssätzen zurück. Im sel­ben Jahr veräußerte er den Rest­be­stand sein­er Fer­kel, für die er beim Erwerb 2007 Vors­teuer in Anspruch genom­men hat­te.

Grund­sät­zlich hat eine Vors­teuer­berich­ti­gung zu erfol­gen, wenn sich bei einem Wirtschaftsgut, das nur ein­ma­lig zur Aus­führung von Umsätzen ver­wen­det wird, die maßgeben­den Ver­hält­nisse ändern.

Nach den Regelun­gen des § 44 Abs. 1 USt­DV berief sich der Land­wirt darauf, die Vors­teuer­berich­ti­gung zu seinen Las­ten habe zu unterbleiben, da Berich­ti­gung­sob­jekt im Sinne dieser Regelung jedes einzelne Fer­kel sei, sodass die Vors­teuer­berich­ti­gung wegen Unter­schre­it­ens des Min­dest­be­trags von 1.000 Euro je Berich­ti­gung­sob­jekt auss­chei­de.

Der BFH fol­gte der Auf­fas­sung des Land­wirts und entsch­ied, dass „Wirtschaftsgut“ i. S. des § 44 Abs. 1 USt­DV und damit Berich­ti­gung­sob­jekt das einzelne Fer­kel und nicht der erwor­bene und veräußerte Bestand an Tieren sei.

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