Rück­blick

Die steuer­liche Berück­sich­ti­gung von Kinder­be­treu­ungskosten wurde ab dem Jahr 2012 geset­zlich neu geregelt. Die Neuregelung ist zwar ein­fach­er, aber nicht unbe­d­ingt gün­stiger. Bish­er wurde nach erwerb­s­be­d­ingten und nicht erwerb­s­be­d­ingten Kinder­be­treu­ungskosten unter­schieden. In bei­den Fällen kon­nten 2/3 der Aufwen­dun­gen, höch­stens 4.000 EUR je Kind und Jahr, abge­set­zt wer­den. Das galt grund­sät­zlich für Kinder von 0–13 Jahren (oder bei Schwer­be­hin­derung), soweit die Aufwen­dun­gen durch Vor­lage ein­er Rech­nung und Zahlung auf das Kon­to des Leis­tungser­bringers nachgewiesen wer­den kon­nten. Als Pfer­de­fuß der Regelung galt, dass im Fall zusam­men­leben­der Ehe­gat­ten bei­de Eltern­teile ein­er Erwerb­stätigkeit nachge­hen mussten, um den Abzug als Wer­bungskosten oder Betrieb­saus­gaben zu ermöglichen. War das nicht der Fall, kon­nte zumin­d­est für Kinder im “Kinder­gartenal­ter” von 3–5 Jahren ein Abzug als Son­der­aus­gaben erfol­gen. Der Son­der­aus­gaben­abzug galt dann eben­so für Kinder bis zu 13 Jahren, wenn sich der nicht erwerb­stätige oder bei­de Eltern­teile in Aus­bil­dung befan­den oder länger­fristig krank waren oder eine Behin­derung vor­lag.

Neue Recht­slage

Die Unter­schei­dung nach erwerb­s­be­d­ingten und nicht erwerb­s­be­d­ingten Kinder­be­treu­ungskosten ent­fällt. Auf die per­sön­lichen Anspruchsvo­raus­set­zun­gen bei den Eltern, wie z. B. Erwerb­stätigkeit oder Aus­bil­dung, kommt es nicht mehr an. Somit kön­nen ab dem Jahr 2012 Kinder­be­treu­ungskosten von Geburt der Kinder an bis zur Vol­len­dung des 14. Leben­s­jahres berück­sichtigt wer­den (darüber hin­aus wie bish­er bei Behin­derung). Damit wird der Kreis der Anspruchs­berechtigten erweit­ert. Dafür ist aber nur noch ein Abzug als Son­der­aus­gaben möglich. So wird im Fall von neg­a­tiv­en Einkün­ften die “Vor­trags­fähigkeit” der Kinder­be­treu­ungskosten ger­aubt. Lediglich bei Anwen­dung außer­s­teuer­lich­er Recht­snor­men wer­den Kinder­be­treu­ungskosten weit­er­hin von den Einkün­ften abge­zo­gen, soweit an steuer­liche Einkom­mens­be­griffe (z. B. Einkün­fte, Gesamt­be­trag der Einkün­fte) angeknüpft wird. Das kann z. B. bei der Berech­nung von Wohn­geld der Fall sein.

Hin­weise des Bun­des­fi­nanzmin­is­teri­ums

Das Bun­desmin­is­teri­um der Finanzen (BMF) hat zur Neuregelung bere­its ein Anwen­dungss­chreiben erlassen. An den bish­eri­gen all­ge­meinen Ausle­gun­gen der Finanzver­wal­tung hat sich bis auf die Auf­nahme neuer­er Recht­sprechung des Bun­des­fi­nanzhofs nichts Wesentlich­es geän­dert. Fall­stricke kön­nen sich hier ins­beson­dere für unver­heiratete Eltern­teile ergeben. Zwar kön­nen diese grund­sät­zlich eine ein­vernehm­liche Aufteilung der Abzugs­be­träge gegenüber dem Finan­zamt erk­lären. Wenn jedoch nur ein Eltern­teil den Kinder­be­treu­ungsver­trag (z. B. mit der Kindertagesstätte) abschließt und das Ent­gelt von seinem Kon­to zahlt, kann der Abzugs­be­trag wed­er voll­ständig noch anteilig dem anderen Eltern­teil als von ihm getra­gen­er Aufwand zugerech­net wer­den. Das sollte bere­its bei Abschluss des Betreu­ungsver­trags oder spätestens der Zahlung bedacht wer­den, um den höch­sten Steuer­vorteil auszuschöpfen.

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