Mit Schreiben vom 16.5.2012 – IV D 4 – S 2232/0–01 befasst sich das Bun­desmin­is­teri­um der Finanzen (BMF) mit der Besteuerung der Forstwirtschaft unter Berück­sich­ti­gung von Recht­sprechung und Steuervere­in­fachungs­ge­set­zes 2011. Im Einzel­nen:

Def­i­n­i­tion des Wirtschaftsguts Baumbe­stand: Ein Baumbe­stand inner­halb eines LuF-Betriebs gilt i.d.R. nur dann als selb­st­ständi­ges Wirtschaftsgut, sofern min­destens eine Fläche von zusam­men­hän­gend einem Hek­tar gegeben ist. Bei Baumbestän­den, die auf ver­schiede­nen räum­lich voneinan­der ent­fer­nt liegen­den Flurstück­en ste­hen, ist kein ein­heitlich­er Nutzungs- und Funk­tion­szusam­men­hang gegeben, sodass diese auch dann selb­st­ständi­ge Wirtschafts­güter darstellen, wenn die Größe von einem Hek­tar nicht erre­icht wird.

Bilanzierung des Wirtschaftsguts Baumbe­stand: Bei der Bilanzierung ist zwis­chen Holznutzung in Form von Kahlschlä­gen und anderen Holznutzun­gen zu unter­schei­den. Mit dem Kahlschlag des Holzes wird das eingeschla­gene Holz Umlaufver­mö­gen. Wieder­auf­forstungskosten nach einem Kahlschlag sind Her­stel­lungskosten für ein neues Wirtschaftsgut Baumbe­stand, die als nicht abnutzbares Anlagev­er­mö­gen zu aktivieren sind. Falls die Wieder­auf­forstung erst in einem späteren Wirtschaft­s­jahr erfol­gt, ist eine Rück­stel­lung nicht zuläs­sig. Kosten für eine Bestandpflege/-ver­jün­gung sind sofort abzugs­fähige Betrieb­saus­geben.

Gewin­ner­mit­tlung nach § 4 Abs. 3, § 13a Abs. 6 Satz 1 Nr. 1 EStG: Soweit beim Über­gang vom nicht abnutzbaren Anlagev­er­mö­gen zum Umlaufver­mö­gen von den Anschaf­fungs- oder Her­stel­lungskosten hin­sichtlich des Baumbe­stands ein Betrag abzus­pal­ten ist, der bei der Gewin­ner­mit­tlung durch Betrieb­sver­mö­gen­ver­gle­ich als Her­stel­lungskosten für das eingeschla­gene Holz zu berück­sichti­gen wäre, sind diese im Wirtschaft­s­jahr des Ein­schlags als Betrieb­saus­gaben zu berück­sichti­gen.

Wer­tan­sätze für bere­its vorhan­dene Baumbestände: Die Verpflich­tung zum Ausweis eines Wer­tansatzes für das Wirtschaftsgut Baumbe­stand gilt auch für die Baumbestände, die vor den Urteilen des Bun­des­fi­nanzhofs vom 5.5.2008 und 31.12.2008 angeschafft bzw. hergestellt wur­den. Dabei kann auch eine Aufteilung eines bish­er ein­heitlichen Wer­tansatzes auf die jew­eili­gen Wirtschafts­güter Baumbe­stand entsprechend den Flächen erfol­gen.

Kalamität­snutzun­gen: Falls ein Kahlschlag auf­grund von Kalamität­snutzun­gen ent­standen sein sollte, kann der Buch­w­ert dieses Baumbe­stands beibehal­ten wer­den. Die Kosten für eine Wieder­auf­forstung sind sofort als Betrieb­saus­gaben abzugs­fähig.

Pauschsätze nach § 51 ESt­DV (Pauschale Ermit­tlung der Gewinne aus Holznutzun­gen): Hin­sichtlich der Pauschsätze nach § 51 ESt­DV unter­schei­det das BMF zwis­chen der Recht­slage für Wirtschaft­s­jahre, die vor dem 1.1.2012 bzw. nach dem 31.12.2011 begin­nen. Abhängig vom Wirtschaft­s­jahr sind mit der Holznutzung im Zusam­men­hang ste­hende Wieder­auf­forstungskosten, die sofort abziehbare Betrieb­saus­gaben darstellen, entwed­er durch die Pauschsätze nach § 51 ESt­DV abge­golten oder nicht.

Forstschä­den-Aus­gle­ichs­ge­setz: Hin­sichtlich des Wahlrechts nach § 4a Forstschä­den-Aus­gle­ichge­setz (Bew­er­tung von Holzvor­räten aus Kalamität­snutzun­gen bei der Forstwirtschaft) sind Buch­w­ert­min­derun­gen und ‑abgänge im Wirtschaft­s­jahr des Ein­schlags als Betrieb­saus­gaben abziehbar. Dies gilt jedoch nur, soweit von ein­er Aktivierung abge­se­hen wird.

Tar­ifvergün­s­ti­gung nach § 34b EStG (Einkün­fte aus außeror­dentlichen Holznutzun­gen): Gek­lärt wird im BMF-Schreiben, was zu den anderen Betrieb­saus­gaben gemäß § 34b Abs. 2 Nr. 2 EStG gehört.