Gemäß § 7g Abs. 1 Satz 1 EStG kann für die kün­ftige Anschaf­fung oder Her­stel­lung eines abnutzbaren beweglichen Wirtschaftsguts des Anlagev­er­mö­gens bis zu 40 % der voraus­sichtlichen Anschaf­fungskosten gewin­n­min­dernd abge­zo­gen wer­den (sog. Investi­tion­s­abzugs­be­trag).

Eine Inanspruch­nahme dieses Investi­tion­s­abzugs­be­trags ist jedoch nur dann möglich, wenn z. B. neben bes­timmten Größen­merk­malen des Betriebs beab­sichtigt ist, das besagte Wirtschaftsgut voraus­sichtlich in den dem Wirtschaft­s­jahr des Abzugs fol­gen­den drei Wirtschaft­s­jahren anzuschaf­fen und min­destens bis zum Ende des dem Wirtschaft­s­jahr der Anschaf­fung fol­gen­den Wirtschaft­s­jahres in ein­er inländis­chen Betrieb­sstätte des Betriebs entwed­er auss­chließlich oder zumin­d­est fast auss­chließlich betrieblich zu nutzen.

In sein­er Ver­fü­gung vom 26.3.2012 – S 2183b – 42 – St 226 hat die Ober­fi­nanzdi­rek­tion Nieder­sach­sen aus­ge­führt, dass eine Ver­wen­dung des durch eine Pho­to­voltaikan­lage pro­duzierten Stroms zu mehr als 10 % für pri­vate Zwecke nicht gegen die Inanspruch­nahme eines Investi­tion­s­abzugs­be­trags gemäß § 7g EStG spricht. Auf die spätere Sachent­nahme des pro­duzierten Wirtschaftsguts „Strom“ kommt es bei der Beurteilung der betrieblichen Nutzung des pro­duzieren­den Wirtschaftsguts „Pho­to­voltaikan­lage“ nicht an.

Die neue Auf­fas­sung deckt sich mit den Aus­führun­gen im Entwurf der Einkom­men­steuer-Änderungsrichtlin­ien 2012. Dazu heißt es unter R.4 Abs. 4 in einem ange­fügten Satz 2: „Im Fall des gewerblichen Betriebs ein­er Pho­to­voltaikan­lage ist der pri­vate Ver­brauch des Stroms keine pri­vate Ver­wen­dung der Anlage, son­dern eine Sachent­nahme.“