Mit Urteil vom 1.3.2012 – VI R 33/10 hat der Bun­des­fi­nanzhof (BFH) entsch­ieden, dass ein ord­nungs­gemäßes Fahrten­buch vor allem Datum und Ziel der jew­eili­gen Fahrt enthal­ten muss. Diesen Anforderun­gen wird nicht entsprochen, wenn als Fahrtziele lediglich Straßen­na­men angegeben wer­den, die durch nachträglich erstellte Auflis­tun­gen ergänzt wer­den.

Vor­liegend wurde der für die Dienst­wa­genüber­las­sung anzuset­zende geld­w­erte Vorteil nicht mit der 1‑Prozent-Regelung, son­dern auf Grund­lage der geführten Fahrten­büch­er ver­s­teuert. Die Fahrten­büch­er enthiel­ten neben dem jew­eili­gen Datum meist nur Ort­sangaben, manch­mal auch die Namen der besucht­en Kun­den oder Angaben zum Zweck der Fahrt. Zudem enthiel­ten sie den Kilo­me­ter­stand nach Beendi­gung der Fahrt und die jew­eils gefahre­nen Tageskilo­me­ter.

Nachträglich wur­den die Angaben durch eine Auflis­tung ergänzt, die mit­tels eines hand­schriftlich geführten Tageskalen­ders erstellt wurde. Diese Auflis­tung enthielt neben Datum, Stan­dort und Kilo­me­ter­stand des Fahrzeugs zu Beginn der Fahrt auch den Grund und das Ziel der Fahrt.

Während das Finan­zamt das Fahrten­buch als nicht ord­nungs­gemäß gemäß § 8 Abs. 2 Satz 4 Einkom­men­steuerge­setz ansah, war die dage­gen vor dem Finanzgericht erhobene Klage erfol­gre­ich. Im Rah­men der Revi­sion obsiegte dann das Finan­zamt. Der Bun­des­fi­nanzhof sah das Fahrten­buch als nicht ord­nungs­gemäß an, weil die Fahrten darin nicht voll­ständig aufgeze­ich­net seien. Eine voll­ständi­ge Aufze­ich­nung ver­lange grund­sät­zlich Angaben zu Aus­gangs- und End­punkt jed­er einzel­nen Fahrt im Fahrten­buch selb­st – inkl. Zieladresse und besuchte Kun­den.

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