Das Finanzgericht Baden-Würt­tem­berg (FG) hat in seinem Urteil vom 10.2.2012 – 12 K 3973/08 entsch­ieden, dass eine Geschäftsveräußerung im Ganzen auch dann angenom­men wer­den kann, wenn der Verkäufer das Unternehmen nach dem Verkauf in bish­erigem Umfang fort­führt, der Erwer­ber jedoch mit einzel­nen Ver­mö­gens­ge­gen­stän­den (Wirtschaftsgüter/Rechtsverhältnisse) einen für sich betra­chtet lebens­fähi­gen Teil des Unternehmens erwirbt und diesen Unternehmen­steil als selb­ständi­ger Unternehmer weit­er betreibt.

Das Finanzgericht führt in sein­er Entschei­dung aus, dass im Rah­men ein­er Gesamtwürdi­gung zu prüfen ist, ob das über­tra­gene Unternehmensver­mö­gen die Ausübung ein­er wirtschaftlichen Tätigkeit ermöglicht. Zudem muss die vor und nach der Über­tra­gung aus­geübte Tätigkeit übere­in­stim­men oder aber sich zumin­d­est sehr ähneln.

Nicht erforder­lich ist die Über­tra­gung aller wesentlichen Betrieb­s­grund­la­gen sowie die Möglichkeit zur Unternehmensfort­führung ohne großen finanziellen Aufwand.

Auch im vor­liegen­den Fall ist eine Geschäftsveräußerung gegeben, weil mit den veräußerten Wirtschafts­gütern und Rechtsver­hält­nis­sen, die der Käufer über­nom­men hat beziehungsweise in die er auf­grund dieses Ver­trages ein­trat, sowohl Ver­mö­gens­ge­gen­stände über­nom­men wur­den, die ein hin­re­ichen­des Ganzes bilden, die die Fort­set­zung ein­er bish­er durch den Verkäufer aus­geübten Tätigkeit ermöglicht­en, als auch diese Tätigkeit anschließend vom Käufer aus­geübt wurde.