In sein­er Entschei­dung vom 15.5.2012 – 8 K 1936/09 hat sich das Finanzgericht Baden-Würt­tem­berg (FG) sowohl zu der Frage geäußert, wann eine Ferien­woh­nung dem land- und forstwirtschaftlichen oder dem gewerblichen Betrieb­sver­mö­gen zuzuord­nen ist, als auch zu der Frage, ob die Selb­st­nutzung ein­er Ferien­woh­nung zu Betrieb­sleit­er­wohnzweck­en zur steuer­freien Ent­nahme gem. § 13 Abs. 4 Satz 6 Nr. 2 Einkom­men­steuerge­setz (EStG) führt.
Das FG kommt dabei zu dem Ergeb­nis, dass eine Ver­mi­etung dann nicht als gewerbliche Tätigkeit anzuse­hen ist, wenn bei der Ver­mi­etung von Ferien­woh­nun­gen durch einen Land­wirt keine Son­der­leis­tun­gen erbracht wer­den und die Mieter nicht beson­ders häu­fig wech­seln, sodass hin­sichtlich dieser Ver­mi­etung eine unternehmerische Organ­i­sa­tion nicht erforder­lich ist. In diesem Fall befind­en sich die Ferien­woh­nun­gen im gewil­lkürten Betrieb­sver­mö­gen des land- und forstwirtschaftlichen Betriebs.
Im Hin­blick auf eine Selb­st­nutzung ein­er Ferien­woh­nung befasst sich das FG zunächst mit dem Ent­nah­mezeit­punkt. Es führt dies­bezüglich aus, dass eine Ent­nahme ohne eine aus­drück­liche Ent­nah­meerk­lärung bere­its dann gegeben ist, wenn ein Land­wirt die Ver­mi­etung von Ferien­woh­nun­gen endgültig ein­stellt und die Woh­nung sel­ber bewohnt.
Nach Mei­n­ung des FG ist die Ent­nahme der Ferien­woh­nung jedoch nicht nach § 13 Abs. 4 Satz 6 Nr. 2 EStG als steuer­frei zu behan­deln, sofern die Woh­nung kein Bau­denkmal ist, da diese Regelung nur für Woh­nun­gen gilt, die sich in einem Gebäude befind­en, das nach Lan­desrecht ein Bau­denkmal ist.
Die Revi­sion wurde zuge­lassen.

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