Das Finanzgericht Nieder­sach­sen (FG) hat in seinem Urteil vom 15.8.2012 – 2 K 80/12 entsch­ieden, dass ein Investi­tion­s­abzugs­be­trag nicht gebildet wer­den kann für diejeni­gen Wirtschafts­güter, die erkennbar von Beginn an nur kurzfristig im Betrieb­ssver­mö­gen verbleiben (sollen).

Im vor­liegen­den Fall machte der Kläger Investi­tion­s­abzugs­be­träge für eine voraus­sichtliche Anschaf­fung von Leg­e­hen­nen und Häh­nen gel­tend. Auf­grund der Leg­epe­ri­ode der Tiere für die Erzeu­gung von Bruteiern von der 22. bis zur 60. Lebenswoche tauschte der Kläger seinen Bestand an Hen­nen und Häh­nen min­destens ein­mal jährlich aus. Die Hüh­n­er bew­ertete der Kläger nach den Grund­sätzen der Grup­pen­be­w­er­tung (siehe BMF-Schreiben vom 14.11.2001 – IV A 6 – S 2170 – 36/01) .

Die Beru­fung des Klägers auf die Aus­nah­men des BMF-Schreibens vom 8.5.2009 – C 6 – S 2139 – b/07/1002 blieb erfol­g­los, da es nach Auf­fas­sung des Gerichts schon an den Voraus­set­zun­gen fehlte; denn nicht erst die spätere Fest­stel­lung, dass die Verbleibensvo­raus­set­zun­gen nicht erfüllt sind, son­dern schon die fehlende Absicht eines länger­fristi­gen Verbleibens führt zum Ver­sagen des Investi­tion­s­abzugs­be­trags (Rdnr. 64 des BMF-Schreibens).
Auch die weit­ere Aus­nahme des BMF-Schreibens (Rdnr. 45) führt zu keinem anderen Ergeb­nis, da diese ein „vorzeit­iges Auss­chei­den“ bet­rifft, was einen von der Prog­nose abwe­ichen­den tat­säch­lichen Ver­lauf voraus­set­zt, der bei den besagten Leg­e­hen­nen und Häh­nen nicht vor­liegt. Auch ein „wirtschaftlich­er Ver­brauch“ ist bei den Hüh­n­ern nicht der Fall, da die Tiere zu einem Preis von etwa 20 % des Einkauf­swertes verkauft wer­den kon­nten.

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