In seinem Urteil vom 3.5.2012 hat das Finanzgericht Saar­land (FG) entsch­ieden, dass sich die AfA bei Ver­pach­tung eines Rohbaus ab der Ver­wen­dung zur Ein­nah­meerzielung nach der Art des Gebäudes bemisst.

Eine Hinzurech­nung der Aufwen­dun­gen des Mieters für die Her­rich­tung zu eige­nen Zweck­en als Mietein­nahme beim Ver­pächter kommt dann nicht in Betra­cht, wenn die Ver­tragsparteien nach den Vere­in­barun­gen bei der voraus­sichtlichen Rück­gabe des Gebäudes von einem Ver­brauch der Ein­baut­en aus­ge­gan­gen sind.

Nach den Vor­gaben des § 7 Abs. 1 Satz 1 Einkom­men­steuerge­setz (EStG) sind bei Wirtschafts­gütern, deren Nutzung zur Erzielung von Einkün­ften sich auf einen Zeitraum von mehr als einem Jahr erstreckt, als Grun­dregel die Anschaf­fungs- oder Her­stel­lungskosten auf die Nutzungs­dauer des Wirtschaftsgutes zu verteilen. Vor­liegend hat­te der Kläger mit der Ver­pach­tung begonnen, den Rohbau zur Einkün­f­teerzielung zu nutzen.

Vom Zeit­punkt der Über­las­sung des Rohbaus an die Päch­terin ste­ht dem Kläger die AfA zu, da auch bei einem Rohbau mit seinem Ein­satz zur Einkün­f­teerzielung die „Abnutzung“ begin­nt.

Die AfA ist mit 2 % der vom Kläger für die Her­stel­lung des Gebäudes aufge­wandten Kosten anzuset­zen. Die AfA ist, auch wenn es sich hier um einen Rohbau han­delt, so vorzunehmen, wie sie vorzunehmen wäre, wenn das Gebäude zu Beginn der Ver­pach­tung kom­plett fer­tig gestellt gewe­sen wäre. Da es sich vor­liegend um ein mas­siv errichtetes Büro­ge­bäude han­delt, das nicht zu einem Betrieb­sver­mö­gen gehört, beträgt die AfA nach § 7 Abs. 4 Nr. 2a EStG 2 %.

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