Im Urteil vom 12.9.2012 – 1 K 4484/11 hat das Finanzgericht Baden-Würt­tem­berg (FG) entsch­ieden, dass bei Ver­lus­ten aus dem Verkauf von Wert­pa­pieren das Prinzip „alt vor neu“ gilt. Im Einzel­nen legte das Gericht fest, dass die Ver­luste aus dem Verkauf von Wert­pa­pieren, die auf den 31.12.2008 fest­gestellt wor­den sind, vor­rangig mit pos­i­tiv­en Einkün­ften aus der gle­ichen Einkun­ft­sart, also Einkün­ften aus pri­vat­en Veräußerungs­geschäften aus dem Verkauf von vor dem 31.12.2008 angeschafften Aktien zu ver­rech­nen sind. Erst nachrangig sind diese Ver­luste mit Einkün­ften aus Kap­i­talver­mö­gen aus dem Verkauf von nach dem 31.12.2008 angeschafften Wert­pa­pieren zu ver­rech­nen.

Ein Wahlrecht werde dabei nicht gewährt, und auch eine generelle vor­rangige Ver­rech­nung der Altver­luste mit den neu anfal­l­en­den Gewin­nen aus Kap­i­talerträ­gen ist laut FG nicht gegeben. Begrün­det wird dies damit, dass es sich bei § 23 Abs. 3 Satz 10 EStG um eine Aus­nah­mevorschrift han­delt, die eng auszule­gen sei.