Der Bund der Steuerzahler (BdSt) will in einem Muster­ver­fahren die Frage klären lassen, ob Beratungs- und Beurkun­dungskosten für die Über­tra­gung eines Betriebes an die näch­ste Gen­er­a­tion steuer­lich abset­zbar sind. Bish­er geht die Finanzver­wal­tung davon aus, dass diese Kosten im Zusam­men­hang mit ein­er vor­weggenomme­nen Erb­folge nicht zu berück­sichti­gen sind. Sie sieht in ein­er Betrieb­süber­gabe einen rein pri­vat­en Vor­gang, sodass die steuer­liche Anerken­nung der Kosten ver­weigert wird. Der BdSt ist jedoch der Mei­n­ung, dass die bei Über­tra­gung eines Betriebes oder Betrieb­san­teils anfal­l­en­den Notar- und Rechts­ber­atungskosten als Betrieb­saus­gabe anerkan­nt wer­den soll­ten. Diese Frage soll nun der Bun­des­fi­nanzhof (BFH) klären – IV R 44/12.
Im Muster­prozess hat­te der Vater Anteile an ein­er Per­so­n­enge­sellschaft auf seinen Sohn über­tra­gen. Die ange­fal­l­enen Kosten für Rechts­ber­atung und Beurkun­dung, die in diesem Zusam­men­hang ent­standen sind, wollte das Finan­zamt nicht anerken­nen.