Nach dem Urteil des Finanzgerichts Nieder­sach­sen vom 19.12.2012 – 2 K 189/12 kann der für ein Wirtschaftsgut gebildete, nicht in voller Höhe aus­geschöpfte Investi­tion­s­abzugs­be­trag ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Bun­desmin­is­teri­ums der Finanzen (BMF) (Schreiben vom 8.5.2009 – BSt­Bl 2009 I, S. 633, Rz. 6) in einem nach­fol­gen­den Wirtschaft­s­jahr erhöht wer­den.
Vor­liegend stre­it­en die Beteiligten um die Möglichkeit der Auf­s­tock­ung des Investi­tion­s­abzugs­be­trags für eine Pho­to­voltaikan­lage. Die Finanzver­wal­tung ist der Auf­fas­sung, dass Bestandteile der berück­sich­ti­gungs­fähi­gen Anschaf­fungs- oder Her­stel­lungskosten, die wegen des Höch­st­be­trags nicht im Abzugs­jahr abge­zo­gen wer­den kon­nten, nicht in einem Fol­ge­jahr gel­tend gemacht wer­den kön­nen. Dies gelte nach dem o.g. BMF-Schreiben auch dann, wenn im Abzugs­jahr nicht der höch­st­mögliche Abzugs­be­trag von 40 % der Anschaf­fungs- oder Her­stel­lungskosten in Anspruch genom­men wurde.
Der Kläger set­zte im Jahr 2008 einen Investi­tion­s­abzugs­be­trag i.H. von 110.000 € an. Mit der Steuer­erk­lärung 2009 machte er einen weit­eren Ver­lust aus dem geplanten Gewer­be­be­trieb Pho­to­voltaikan­lage in Höhe von 90.000 € durch die entsprechende Auf­s­tock­ung des 2008 ange­set­zten Investi­tion­s­abzugs­be­trages gel­tend. Das Finan­zamt lehnte dies ab, da ein Investi­tion­s­abzugs­be­trag nur in einem Jahr gel­tend gemacht wer­den könne.
Das FG sah dies anders und fol­gte damit der Entschei­dung des FG Nieder­sach­sen vom 20.7.2010 – 16 K 116/10. Die Revi­sion beim Bun­des­fi­nanzhof (BFH) wurde wegen der grund­sät­zlichen Bedeu­tung der Rechts­frage zuge­lassen (Az. beim BFH: X R 4/13).

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