Das Finanzgericht Mün­ster (FG) hat in seinem Urteil vom 31.1.2013 – 3 K 2591/11 EW entsch­ieden, dass ein Pfer­dezucht­be­trieb mit Spitzen-Deck­hengst keine Ein­heits­be­w­er­tung im Einzel­er­tragswertver­fahren recht­fer­tigt.
Das FG ist der Mei­n­ung, dass die Pfer­de­hal­tung in der von der Klägerin betriebe­nen Form ein­schließlich der Deck­hengsthal­tung der land­wirtschaftlichen Nutzung i. S. d. § 34 Abs. 2 Nr. 1 Buchst. a Bew­er­tungs­ge­setz (BewG) zuzuord­nen sei, da die Pfer­de­hal­tung auf ein­er aus­re­ichen­den Flächen- und Fut­ter­grund­lage erfolge. Dem­nach liegt auch hin­sichtlich des Zucht­be­triebs keine son­stige land- und forstwirtschaftliche Nutzung i. S. d. § 34 Abs. 2 Nr. 1 Buchst. e BewG vor. Die Hal­tung eines Zucht­tiers hat nicht die Annahme ein­er son­sti­gen land­wirtschaftlichen Nutzung zur Folge.
Auch gehört die Deck­hengsthal­tung mit dem Ziel der Samengewin­nung für die eige­nen Zucht­stuten und für fremde Mut­tertiere nicht zum Kat­a­logbe­stand des § 62 BewG. Dieser Kat­a­log ist zwar nicht abschließend, was jedoch zu keinem anderen Ergeb­nis führt.
Zwar sind Besamungssta­tio­nen als son­stige land­wirtschaftliche Nutzung gemäß § 62 Abs. 1 BewG zu erfassen, doch ist eine Besamungssta­tion vor­liegend nicht vorhan­den. Auch liegt keine der Führung ein­er Besamungssta­tion ver­gle­ich­bare Sach­lage vor, sodass auch deshalb keine son­stige land- und forstwirtschaftliche Nutzung gegeben ist. Die Tat­sache, dass ein beson­ders erfol­gre­ich­es Zucht­ti­er gehal­ten wird, recht­fer­tigt nicht die Annahme ein­er son­sti­gen land­wirtschaftlichen Nutzung. Die Revi­sion ist beim BFH unter dem Akten­ze­ichen II R 9/13 anhängig.

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