Stre­it­ig war im Urteil des Finanzgerichts München (FG) vom 6.11.2012 – 13 K 943/09, ob durch den Abbau von Kiesvorkom­men Abset­zun­gen für Sub­stanzver­ringerung (AfS) bzw. Teil­w­ertab­schrei­bun­gen auf das Wirtschaftsgut „Kiesvorkom­men“ zuläs­sig sind. Das FG hat aus­ge­führt, dass Grund und Boden und das Kiesvorkom­men steuer­lich nach der Auf­schließung zwei selb­st­ständi­ge Wirtschafts­güter sind, die auch ver­schiede­nen Ver­mö­genssphären ange­hören kön­nen. Wenn sich unter einem Grund­stück des land­wirtschaftlichen Betrieb­sver­mö­gens ein Kiesvorkom­men befind­et, konkretisiert sich dieses mit Beginn sein­er Ver­w­er­tung im Pri­vatver­mö­gen.
Der Grund­satz, dass die in § 15 Abs. 1 S. 1 Nr. 1, § 21 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 Einkom­men­steuerge­setz, § 11d Abs. 2 Einkom­men­steuer-Durch­führungsverord­nung vorge­se­hene Abbaubesteuerung durch die Ein­lage­be­w­er­tung nicht umgan­gen wer­den kann, gilt nicht nur bei der Ein­lage eines im Pri­vatver­mö­gen ent­deck­ten Kiesvorkom­mens in ein Einzel­be­trieb­sver­mö­gen.
Der gle­iche Grund­satz gilt auch dann, wenn ein Steuerpflichtiger ein Kiesvorkom­men unent­geltlich in eine neu gegrün­dete Per­so­n­enge­sellschaft ein­legt, an der er zu 100 % beteiligt ist. Auch dann dür­fen von dem Ein­lagew­ert des Kiesvorkom­mens keine aufwandswirk­samen Abset­zun­gen für Sub­stanzver­ringerung oder Teil­w­ertab­schrei­bun­gen vorgenom­men wer­den.
Ob dies auch gilt, wenn an der Gesellschaft fremde Dritte beteiligt sind bzw. dann nur insoweit, als dem ein­brin­gen­den Gesellschafter die Einkün­fte aus dem Abbau des Boden­schatzes auch nach der Ein­bringung zuzurech­nen sind, kon­nte im vor­liegen­den Fall offen bleiben.

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