Nach den Aus­führun­gen des Finanzgerichts Nürn­berg (FG) vom 11.12.2012 – 2 K 1068/11 liegen die Voraus­set­zun­gen des § 24 Umsatzs­teuerge­setz (UStG) hin­sichtlich der Umsätze aus ein­er Fohlen-Pen­sion­spfer­de­hal­tung und bei ein­er Unter­bringung von Gnadenpfer­den nicht vor; eine Pen­sion­spfer­de­hal­tung ist eine ein­heitliche son­stige Leis­tung i.S.d. § 3 Abs. 9 Satz 1 UStG, die keine land­wirtschaftliche Dien­stleis­tung darstellt.
Das gilt unab­hängig davon, ob es sich bei den eingestell­ten Tieren um Fohlen, um Rekon­va­leszen­ten oder um Gnaden­brotpferde han­delt. Begrün­det wird dies damit, dass es sich bei all diesen Pfer­den um „Pri­vatpferde“ han­delt, die kein­er land­wirtschaftlichen Nutzung dienen.
Auch wenn der Kläger, ein Pen­sion­spfer­d­hal­ter, aus­führt, dass es sich bei den besagten Pfer­den nicht nur um Freizeitpferde pri­vater Hal­ter, son­dern auch um Fohlen aus Zucht­be­trieben han­delt, kommt das FG zu keinem anderen Ergeb­nis, da eine pri­vate oder gewerbliche Tierzucht der Ein­steller ohne Boden­be­wirtschaf­tung nicht unter die Tätigkeit­en land­wirtschaftlich­er Erzeu­gung fällt.
Auch han­delt es sich bei der Tätigkeit des Klägers nicht um „Hüten, Zucht und Mästen von Vieh“ (Art. 25 der Richtlin­ie 77/388/EWG), da die Leis­tung des Klägers nicht land­wirtschaftlichen Zweck­en dient und die Ein­steller selb­st keine land­wirtschaftlichen Erzeuger sind. Somit gilt für die Umsätze des Klägers wed­er die Durch­schnittssatzbesteuerung nach § 24 UStG noch der ermäßigte Steuer­satz nach § 12 Abs. 2 Nr. 3 UStG. Irrel­e­vant ist, wie die durch die betr­e­f­fend­en Tätigkeit­en erziel­ten Umsätze einkom­men­steuer­lich beurteilt wer­den.