Ob beim Umbau eines Dachs Her­stel­lungskosten oder Erhal­tungsaufwen­dun­gen vor­liegen, ist nach den tat­säch­lichen Gegeben­heit­en des Einzelfalls zu entschei­den.
Im vor­liegen­den Fall des Finanzgerichts München (FG) (Urteil vom 10.7.2012 – 13 K 3810/09) erset­zten die Kläger ein undicht­es Dach eines ver­mi­eteten Haus­es durch ein Sat­tel­dach. In diesem Zusam­men­hang wurde ein Knie­stock von 1,30 m errichtet. Das Betreten des Dachgeschoss­es ist nur durch eine Zugleit­er möglich. Die Stand­sicher­heit der Decke als Wohn- und Aufen­thalt­sraum ist nicht gegeben.
Das Finan­zamt und auch das FG haben die Aufwen­dun­gen als Her­stel­lungskosten behan­delt. Zu den Her­stel­lungskosten gehören unter anderem diejeni­gen Aufwen­dun­gen, die für eine über den ursprünglichen Zus­tand hin­aus­ge­hende wesentliche Verbesserung entste­hen. Her­stel­lungskosten liegen dem­nach auch dann vor, wenn ein neuer Dachraum geschaf­fen wird und das Gebäude somit eine erweit­erte Nutzungsmöglichkeit und eine erhe­bliche Wert- und Wesensverän­derung erhält. Nicht rel­e­vant ist, ob für den Dachgeschos­saus­bau zu Wohnzweck­en noch weit­ere Bau­maß­nah­men erforder­lich sind.
Das FG hält es zwar für fraglich, ob durch die bere­its durchge­führten Bau­maß­nah­men von einem aus­baufähi­gen Dachgeschoss gesprochen wer­den kann. Es ist jedoch von ein­er Erweiterung sowie von ein­er wesentlichen Verbesserung auszuge­hen, da der Dachbo­den zumin­d­est als Abstell­raum genutzt wer­den kann. Dem­nach liegt durch den Aus­bau eine Erweiterung der Nutzungsmöglichkeit vor. Die Revi­sion zum Bun­des­fi­nanzhof wurde zuge­lassen – unter dem Akten­ze­ichen IX R 36/12.