Das Finanzgericht Mün­ster (FG) hat in seinem Urteil vom 25.10.2011 – 13 K 1907/10 E klargestellt, dass Anschaf­fungsnebenkosten auch bei einem unent­geltlichen Erwerb abzugs­fähig sind.
In dem entsch­iede­nen Fall hat­te die Klägerin als Mit­glied ein­er Erbenge­mein­schaft im Rah­men der Auseinan­der­set­zung mehrere bebaute Grund­stücke erhal­ten. Aus deren Ver­mi­etung erzielte sie (wie auch zuvor die Erbenge­mein­schaft) Einkün­fte.
Aufwen­dun­gen, die die Klägerin auf­grund der Erbau­seinan­der­set­zun­gen hat­te, machte sie bei Ihren Einkün­ften aus Ver­mi­etung als Wer­bungskosten gel­tend. Das Finan­zamt erkan­nte die Kosten jedoch nicht an. Ohne Anschaf­fungskosten könne sie auch keine Anschaf­fungsnebenkosten gel­tend machen.
In sein­er Entschei­dung führte das Finanzgericht aus, dass die Erwerb­snebenkosten bei unent­geltlichen Anschaf­fun­gen zwar nicht sofort in vollem Umfang steuer­lich abzugs­fähig seien. Jedoch kön­nten sie über mehrere Jahre durch Abschrei­bung steuer­lich gel­tend gemacht wer­den.
Das Finanzgericht sah in den Aufwen­dun­gen Wer­bungskosten im Sinne des § 9 Einkom­men­steuerge­setz (EStG), da sie zur Erzielung von Einkün­ften getätigt wur­den. Wenn man diese Aufwen­dun­gen vom steuer­lichen Abzug auss­chließe, ver­stoße das gegen das objek­tive Net­to­prinzip. Im Übri­gen seien sie auch bei einem teilent­geltlichen Erwerb unstre­it­ig zu berück­sichti­gen, selb­st wenn nur ein ganz geringes Ent­gelt gezahlt wurde.
Wegen der grund­sät­zlichen Bedeu­tung der Rechtssache wurde die Revi­sion zum Bun­des­fi­nanzhof zuge­lassen.

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