Das Finanzgericht Nieder­sach­sen (FG) hat­te im Urteil vom 18.4.2013 – 11 K 138/12 zu entschei­den, ob die Klägerin steuerpflichtige Einkün­fte aus dem Betrieb eines Pfer­de­han­dels hat­te oder ob Lieb­haberei vor­lag, so dass ent­standene Ver­luste aus dem Pfer­de­han­del steuer­lich nicht berück­sichtigt wer­den kon­nten.
Die Klägerin ver­buchte in den Jahren 2005 bis 2008 jew­eils Ver­luste in Höhe von mehreren Zehn­tausend Euro, bevor sie krankheits­be­d­ingt im Jahr 2010 den Betrieb auf­gab. Das Finan­zamt sah vor allem in den Ver­lus­ten einen wesentlichen Anhalt­spunkt, dass der Betrieb auf Dauer nicht geeignet gewe­sen sei, einen Total­gewinn zu erwirtschaften. Auch habe die Klägerin nichts getan, um der Ver­lust­si­t­u­a­tion ent­ge­gen­zuwirken.
Auch das Finanzgericht war dieser Mei­n­ung, da der Betrieb, so wie er von der Klägerin betrieben wurde, nicht in der Lage sei, nach­haltige Gewinne zu erzie­len, was auf das Vor­liegen von Lieb­haberei hin­deute, weil die Fort­führung des Betriebs trotz der Ver­luste nicht darauf angelegt sei, Gewinne zu erzie­len.
Weit­ere Voraus­set­zung für die Annahme von Lieb­haberei ist die Fest­stel­lung, dass der Betrieb aus per­sön­lichen Grün­den, z.B. wegen ein­er beson­deren Nei­gung unter­hal­ten wird. Dies ist vor allem gegeben, wenn der Steuerpflichtige auf­grund sein­er ander­weit­i­gen Einkün­fte oder wegen seines Ver­mö­gens in der Lage ist, die Ver­luste des Betriebs zu tra­gen. Im vor­liegen­den Fall kon­nten die Ver­luste auf­grund der Einkün­fte des Ehe­manns getra­gen wer­den, so dass das Finanzgericht von Lieb­haberei aus­ge­hen musste.

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