Die Ober­fi­nanzdi­rek­tion Nieder­sach­sen (OFD) hat sich in ihrer Ver­fü­gung vom 28.6.2013 zur Anwen­dung des ermäßigten Steuer­satzes gemäß § 12 Abs. 2 Nr. 4 Umsatzs­teuerge­setz (UStG) – das sind Leis­tun­gen, die unmit­tel­bar der Tierzucht dienen – geäußert.
Gemäß § 12 Abs. 2 Nr. 4 Umsatzs­teuerge­setz unter­liegen Leis­tun­gen, die unmit­tel­bar der Förderung der Tierzucht dienen, dem ermäßigten Steuer­satz. Unter Tierzucht im Sinne des § 12 Abs. 2 Nr. 4 UStG sind Maß­nah­men zu ver­ste­hen, die der Fest­stel­lung und Steigerung des erblich bed­ingten Leis­tungspoten­zials der land­wirtschaftlichen Nutztiere dienen.
Die Leis­tung muss dabei der Förderung der Tierzucht unmit­tel­bar dienen, das heißt, die Tierzucht muss durch die Leis­tung selb­st gefördert wer­den. Nicht begün­stigt sind Leis­tun­gen, die eine auf die Tierzucht gerichtete Leis­tung erst vor­bere­it­en oder begün­sti­gen.
Unmit­tel­bar der Förderung der Tierzucht dienen beispiel­sweise Gebühren für Ein­tra­gun­gen in Zucht­büch­er oder Ent­gelte für pro­phy­lak­tis­che und ther­a­peutis­che Maß­nah­men nach tierseuchen­rechtlichen Vorschriften bei Zucht­tieren. Nicht unmit­tel­bar der Förderung der Tierzucht dienen hinge­gen Pen­sion­sleis­tun­gen, die als ein­heitliche Leis­tun­gen z. B. aus den Einzel­po­si­tio­nen Unter­bringung, Füt­terung, Tränken, Pflege und Gesund­heitsvor­sorge der Tiere beste­hen.
Die Aufzucht oder das Hal­ten von Pfer­den, die von ihren Eigen­tümern nicht für eine land- und forstwirtschaftliche Erzeugertätigkeit genutzt wer­den, ist auch nicht als Aufzucht oder Hal­ten von Vieh nach § 12 Abs. 2 Nr. 3 UStG begün­stigt.

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