In seinem Urteil vom 15.5.2013 – IX R 36/12 stellt der Bun­des­fi­nanzhof (BFH) klar, dass nachträgliche Her­stel­lungskosten auch dann gegeben sind, wenn nach der Fer­tig­stel­lung eines Gebäudes die nutzbare Fläche ver­größert wird. Der BFH hat entsch­ieden, dass die Kosten für den Umbau eines Flach­dachs zu einem Sat­tel­dach nachträgliche Her­stel­lungskosten sind, wenn durch den Umbau eine zusät­zliche nutzbare Fläche entste­ht. Dabei kommt es auf die tat­säch­liche Nutzung der zusät­zlichen Fläche nicht an.
Der Bun­des­fi­nanzhof führt aus, dass Aufwen­dun­gen für die Erweiterung eines Gebäudes als Her­stel­lungskosten zu werten sind, selb­st wenn die Erweiterung nur ger­ingfügig ist. Zur Erweiterung zählt der BFH neben Anbaut­en und Auf­s­tock­un­gen auch die Ein­fü­gung bish­er nicht vorhan­den­er Gebäude­teile (Sub­stanzmehrung) sowie die Ver­größerung der nutzbaren Fläche, sofern dies eine „Erweiterung der Nutzungsmöglichkeit­en des Gebäudes“ bedeutet. Dabei umfasse die nutzbare Fläche nicht nur die Wohn­fläche eines Gebäudes im Sinne der Wohn­flächen­verord­nung, son­dern auch die Grund­flächen der Zube­hör­räume sowie den Anforderun­gen des Bauord­nungsrechts nicht genü­gende Räume.
Im vor­liegen­den Fall führten die Bau­maß­nah­men am Dach zu ein­er Erweiterung. Auch wenn es in dem Gebäude Unwäg­barkeit­en hin­sichtlich der Sta­tik gebe, sei zumin­d­est eine Nutzung des Sat­tel­dachraums als Abstell­raum möglich, sodass sich der Nutzung­sum­fang des Gebäudes erweit­ert hat, vor allem da es in dem Gebäude keinen Keller gebe und nur eine Wohn­fläche von 70 qm vorhan­den sei. Der finanzielle Aufwand spielt keine Rolle.

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