Kosten für die Auseinan­der­set­zung eines Nach­lass­es kön­nen bei den zum Nach­lass gehören­den ver­mi­eteten Grund­stück­en Anschaf­fungsnebenkosten sein, die im Rah­men von Abset­zun­gen für Abnutzung (AfA) abge­zo­gen wer­den kön­nen. Diese Auf­fas­sung ver­tritt der Bun­des­fi­nanzhof (BFH) in sein­er Entschei­dung vom 9.7.2013 – IX R 43/11.
Die Klägerin und ihr Brud­er hat­ten von ihren Eltern mehrere Grund­stücke geerbt. Den Nach­lass teil­ten sie auf, wofür u.a. Notar- und Grund­buchkosten ent­standen. Diese Kosten macht­en sie bei den Einkün­ften aus Ver­mi­etung und Ver­pach­tung gel­tend. Das Finan­zamt erkan­nte die Kosten nicht an, da sie mit einem unent­geltlichen Erwerb (Erb­fall) zusam­men­hin­gen und somit nicht abziehbar seien.
Da die Kosten für die Auseinan­der­set­zung des Nach­lass­es hier dem Erwerb des Alleineigen­tums an dem Ver­mi­etung­sob­jekt dien­ten, sind sie nach der Entschei­dung des Bun­des­fi­nanzhofs wie bei einem teil-ent­geltlichen Erwerb in voller Höhe als Anschaf­fungsnebenkosten abziehbar. Dass vor­liegend der unent­geltliche Erwer­ber die Anschaf­fungs- und Her­stel­lungskosten seines Rechtsvorgängers fortschreiben muss (vgl. § 11d Abs. 1 Satz 1 ESt­DV), ist nicht rel­e­vant, da die Vorschrift nur die Ver­hält­nisse des Rechtsvorgängers bet­rifft und somit eigene Anschaf­fungskosten des Recht­snach­fol­gers nicht auss­chließt.
Da Einzel­heit­en noch zu klären waren (beispiel­sweise kann Abset­zung für Abnutzung nur für abnutzbare Wirtschafts­güter in Anspruch genom­men wer­den und hier nur für das Gebäude, nicht aber für den anteili­gen Wert des Grund­stücks), wurde die Sache an das Finanzgericht zurück­ver­wiesen.