Das Finanzgericht Mün­ster (FG) hat sich in seinem Urteil vom 4.6.2013 – 1 K 813/10 E mit der Teil­w­ertab­schrei­bung auf Zuck­er­rüben­liefer­ungsrecht­en befasst. Nach dieser Entschei­dung sind ent­geltlich erwor­bene betrieb­s­ge­bun­dene Zuck­er­rüben­liefer­ungsrechte abnutzbare imma­terielle Wirtschafts­güter, da sie, abhängig von der EU-Zuck­er­mark­tord­nung, zeitlich begren­zt sind. Als solche unter­liegen sie den Grund­sätzen für Teil­w­ertab­schrei­bun­gen nach den Regelun­gen des § 6 Abs. 1 Nr. 1 Sätze 2 bis 4 Einkom­men­steuerge­setz (EStG).
Die Beurteilung, ob eine Teil­w­ertab­schrei­bung vorzunehmen sei, kann nach den Aus­führun­gen des Finanzgerichts nur auf ent­geltlich erwor­bene und bilanzierte Zuck­er­rüben­liefer­ungsrechte, nicht aber auf orig­inär bzw. unent­geltlich erwor­bene und somit nicht bilanzierte Zuck­er­rüben­liefer­ungsrechte bezo­gen wer­den.
Dabei ist es irrel­e­vant, ob sich ein ent­geltlich erwor­benes Zuck­er­rüben­liefer­ungsrecht und ein orig­inär bzw. unent­geltlich erwor­benes Zuck­er­rüben­liefer­ungsrecht auf­grund eines rechtlichen und wirtschaftlichen Nutzungs- und Funk­tion­szusam­men­hang zu einem ein­heitlichen Wirtschaftsgut ver­bun­den haben.
Diese Recht­sauf­fas­sung ste­ht im Ein­klang mit den Ver­wal­tungsan­weisun­gen der Ober­fi­nanzdi­rek­tio­nen Koblenz (Ver­fü­gung vom 30.8.2010 – S 2230 A-St 31 1) und Karl­sruhe (Ver­fü­gung vom 31.7.2009 – S 213.4/8-St 133) sowie des Bay­erischen Lan­desamtes für Steuern (Ver­fü­gung vom 20.7.2009 – S 2134.2.1–6/11 St33), die eine mögliche Teil­w­ertab­schrei­bung eben­falls nur in Bezug auf die aktivierten bzw. ent­geltlich erwor­be­nen Zuck­er­rüben­liefer­ungsrechte beziehen.