Das Bay­erische Lan­desamt für Steuern weist in sein­er Ver­fü­gung vom 16.7.2013 – S 7410.1.1–13/5 St 33 darauf hin, dass im Zusam­men­hang mit der Unter­bringung und Verpfle­gung von Saisonar­beit­skräften die Durch­schnittssatzbesteuerung regelmäßig nicht anzuwen­den ist.
Die Anwen­dung der Durch­schnittssatzbesteuerung nach § 24 Umsatzs­teuerge­setz (UStG) ist nur möglich bei den im Rah­men eines luf-lichen Betriebs erbracht­en „son­sti­gen Leis­tun­gen“. Dazu müssen die fol­gen­den Voraus­set­zun­gen gegeben sein: Die Leis­tun­gen der Durch­schnittssatzbesteuerung müssen mit Hil­fe der Arbeit­skräfte des Betriebs erbracht wer­den. In diesem Zusam­men­hang sind die ver­wen­de­ten Wirtschafts­güter der nor­malen Aus­rüs­tung des Betriebs zuzurech­nen. Die son­sti­gen Leis­tun­gen soll­ten in der Regel zur land­wirtschaftlichen Erzeu­gung beitra­gen.
Ob eine son­stige Leis­tung nor­maler­weise zur land­wirtschaftlichen Erzeu­gung beiträgt, ist aus Sicht des Leis­tungsempfängers zu beurteilen. Daraus ist zu schließen, dass die kostenpflichtige Unter­bringung und Verpfle­gung von Arbeit­nehmern eines land- oder forstwirtschaftlichen Betriebs nicht der Durch­schnittssatzbesteuerung unter­liegt. Das ergibt sich daraus, dass diese Leis­tun­gen über­wiegend den pri­vat­en Bedürfnis­sen von saisonalen Arbeit­skräften und Beschäftigten dienen.
Diese umsatzs­teuer­liche Beurteilung ist auf solche nach dem 31.12.2010 aus­ge­führten Umsätze anzuwen­den. Für bis zum 31.12.2010 aus­ge­führte Umsätze kon­nten die Land- und Forstwirte jedoch darauf ver­trauen, dass die Umsätze als Hil­f­sum­sätze der Durch­schnittssatzbesteuerung unter­liegen.