Das Umsatzs­teuerge­setz sieht, neben den üblichen Vors­teuer­berich­ti­gungstatbestän­den für Gegen­stände des Anlagev­er­mö­gens, auch eine Vors­teuer­berich­ti­gung vor, wenn sich bei einem Wirtschaftsgut, das nur ein­ma­lig zur Erzielung eines Umsatzes ver­wen­det wird (Umlaufver­mö­gen), die für den ursprünglichen Vors­teuer­abzug maßgeben­den Ver­hält­nisse ändern. Dies ist ins­beson­dere der Fall, wenn der Land­wirt von der Pauschalierung zur Regelbesteuerung überge­ht oder umgekehrt. Im ersten Fall kann der Land­wirt bish­er im Rah­men der Pauschalierung nicht berück­sichtigte Vors­teuern ggf. noch gel­tend machen, im zweit­en Fall ist bere­its beanspruchte Vors­teuer ggf. an das Finan­zamt zurück zu zahlen.
Zur Fest­stel­lung des Berich­ti­gung­sob­jek­ts ist jew­eils auf den Gegen­stand abzustellen. Dies gilt auch dann, wenn mehrere Gegen­stände gle­ich­er Art und Güte geliefert wur­den. Bei der Liefer­ung vertret­bar­er Sachen ist hinge­gen auf die zwis­chen leis­ten­dem Unternehmer und Leis­tungsempfänger geschlosse­nen
ver­traglichen Vere­in­barun­gen im Ver­wen­dungszeit­punkt abzustellen.

Beispiele aus der Land­wirtschaft:
Sachen gle­ich­er Art und Güte; z.B. Viehbe­stand:
Soweit Tiere indi­vid­u­al­isier­bar sind (z.B. Rinder durch die Ein­tra­gung in der “Hit-‘DatenBank”), han­delt es sich um einzelne Gegen­stände, selb­st wenn Tiere in ein­er Par­tie erwor­ben oder verkauft wer­den. Das gle­iche gilt für Schweine. Damit ist das maßge­bliche Berich­ti­gung­sob­jekt der einzelne Gegen­stand, hier
das einzelne Tier im Zeit­punkt sein­er Ver­wen­dung = Verkauf.

Vertret­bare Sachen, z.B. für Zwecke des späteren Verkaufs ein­ge­lagertes Getrei­de:
Getrei­de ist eine vertret­bare Sache. Berich­ti­gung­sob­jek­te sind die einzel­nen Men­gen, wie sie der Land­wirt nach den ver­traglichen Vere­in­barun­gen im Ver­wen­dungszeit­punkt verkauft.

Vertret­bare Sachen, z.B. ste­hende Feld­früchte (zum Verkauf bes­timmter Win­ter­weizen):
Maßge­blich­es Berich­ti­gung­sob­jekt ist das End­pro­dukt, d.h. der später geern­tete Weizen. Da es sich um vertret­bare Sachen han­delt, ist jedes Verkauf­s­geschäft als einzelnes Berich­ti­gung­sob­jekt zu erfassen. Eine Berich­ti­gung ist im Zeit­punkt der tat­säch­lichen Ver­wen­dung (z.B. Verkauf i.R.d. Regelbesteuerung)
durchzuführen, wenn diese von der ursprünglichen Ver­wen­dungsab­sicht beim Erwerb (Herstellung/Anschaffung während der Pauschalierung) abwe­icht. Der Zeit­punkt der tat­säch­lichen Ver­wen­dung ist der Zeit­punkt, an dem mit dem jew­eili­gen Berich­ti­gung­sob­jekt ein Umsatz aus­ge­führt wird, d.h. der Umsatz löst die Vors­teuer­berich­ti­gung aus. Allerd­ings unterbleibt eine Vors­teuer­berich­ti­gung, wenn die auf die Anschaf­fungs- und Her­stel­lungskosten eines Wirtschaftsguts ent­fal­l­ende Vors­teuer 1.000 € nicht über­steigt. D.h. bei den indi­vid­u­al­isier­baren Tieren unterbleibt regelmäßig eine Vors­teuer­berich­ti­gung, da die Vors­teuern aus deren Anschaf­fung oder Her­stel­lung i.d.R. weniger als 1.000 € betra­gen. Beim Getrei­de kommt es entschei­dend darauf an, über welche Menge, der jew­eilige Kaufver­trag abgeschlossen wird.

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