Der Bun­des­fi­nanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 18.9.2013 – X R 42/10 entsch­ieden, dass die §§ 6 Abs. 3 EStG und 24 Umwand­lungss­teuerge­setz (Umw­StG) nebeneinan­der anwend­bar sind, wenn der Steuerpflichtige einen Betrieb in eine Mitun­ternehmer­schaft ein­bringt und zugle­ich Drit­ten Anteile daran schenkt. Erhält der Steuerpflichtige neben dem Mitun­ternehmer­an­teil auch eine Gutschrift auf dem Dar­lehen­skon­to, schließt dies die Anwen­dung des § 24 Umw­StG (Ein­bringung von Betrieb­sver­mö­gen in eine Per­so­n­enge­sellschaft) nicht aus; die Gutschrift wirkt jedoch gegebe­nen­falls gewin­nre­al­isierend.
Bei der Ein­bringung eines Betriebs gegen ein sog. Mis­chent­gelt wird bei Buch­w­ert­fort­führung kein Gewinn real­isiert, wenn die Summe aus dem Nom­i­nal­be­trag der Gutschrift auf dem Kap­italkon­to des Ein­brin­gen­den und dem gemeinen Wert der Dar­lehens­forderung den steuer­lichen Buch­w­ert des einge­bracht­en Einzelun­ternehmens nicht über­steigt.
Im Stre­it­fall hat­te der Kläger sein Einzelun­ternehmen zum Buch­w­ert in eine KG einge­bracht. Der Ehe­frau sowie zwei Kindern wur­den Kom­man­dit-Anteile geschenkt. Soweit das in der Schluss­bi­lanz des Einzelun­ternehmens aus­gewiesene Eigenkap­i­tal den neuen KG-Anteil über­stieg, wurde der Mehrbe­trag seinem Dar­lehen­skon­to bei der KG gut­geschrieben. Der Betrieb­sprüfer ver­trat die Auf­fas­sung, dass das Bew­er­tungswahlrecht des § 24 Umw­StG nicht gelte, weil dem Ein­brin­gen­den nicht nur Gesellschaft­srechte, son­dern auch eine Gutschrift auf dem Dar­lehen­skon­to gewährt wurde. Der BFH wider­spricht mit diesem Urteil der Finanzver­wal­tung (BMF-Schreiben vom 11.11.2011, BSt­Bl I 2011, S. 1314, Tz. 01.47 und Tz. 24.07).