Bei der Entschei­dung des Finanzgerichts Rhein­land-Pfalz (FG) vom 24.10.2013 – 6 K 1103/13, bei der es um die Gewährung von Kindergeld ging, kam das FG zu dem Ergeb­nis, dass ein Auszu­bilden­der, der sowohl zur Aus­bil­dungsstätte als auch zur Beruf­ss­chule fährt, seine Fahrten zum Aus­bil­dungs­be­trieb als Dien­streisen abrech­nen kann.
Im vor­liegen­den Fall fuhr der Auszu­bildende im Rah­men sein­er Aus­bil­dung an 169 Tagen zum Aus­bil­dungs­be­trieb und an 51 Tagen zur Beruf­ss­chule. Sowohl für die Fahrten zur Beruf­ss­chule als auch für die Fahrten zum Aus­bil­dungs­be­trieb gewährte das FG dem Auszu­bilden­den die tat­säch­lichen Aufwen­dun­gen. Dies hat­te zur Folge, dass nicht nur für die Ent­fer­nungskilo­me­ter die Ent­fer­nungspauschale von 0,30 Euro ver­an­schlagt wer­den kon­nte, son­dern dass für die gesamte Fahrt­strecke 0,30 Euro je gefahre­nen Kilo­me­ter steuer­lich gel­tend gemacht wer­den kon­nte.
Zur Begrün­dung ver­wies das FG auf das Urteil des Bun­des­fi­nanzhofs vom 16.1.2013 – VI R 14/12 zum Abzug der Aufwen­dun­gen für die Fahrten zur Hochschule bei einem dualen Stu­di­en­gang. Wie bei dieser Entschei­dung sei auch hier beim Auszu­bilden­den von ein­er vorüberge­hen­den Bil­dungs­maß­nahme auszuge­hen, die nicht auf Dauer angelegt und zeitlich befris­tet sei, so dass es auch keine regelmäßige Arbeitsstätte gäbe.
Das Finanzgericht ver­glich die Sit­u­a­tion des Auszu­bilden­den mit der eines Zeit­sol­dat­en (FG Rhein­land-Pfalz, Urteil vom 29.3.2012 – 5 K 2160/11). Auch er kon­nte die Fahrtkosten bei ein­er auf zwei Jahre befris­teten Zeit als Dien­streise abrech­nen.
Hin­weis: Ab 2014 gel­ten steuer­liche Änderun­gen bei Dien­streisen.

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