Der Kläger unter­hielt einen land­wirtschaftlichen Betrieb mit Schweinezucht, der den Gewinn durch Betrieb­sver­mö­gensver­gle­ich (§ 4 Abs. 1 EStG) ermit­telte. Die gehal­te­nen Sauen wur­den zunächst zur Zucht einge­set­zt, danach der Schlach­tung zuge­führt.
Der Schweinebe­stand wurde gem. BMF-Schreiben vom 14.11.2001 (BSt­Bl I 2001, S. 864) mit den vorgegebe­nen Richtwerten als Anlagev­er­mö­gen aus­gewiesen. Diejeni­gen Sauen, die im Laufe eines Jahres von Jungsauen zu Sauen ver­set­zt wur­den, schrieb der Land­wirt als ger­ing­w­er­tige Wirtschafts­güter (GWG) nach § 6 Abs. 2 EStG auf 1 Euro (Erin­nerungswert) ab.
Das Finan­zamt erhöhte den Gewinn, indem es für den Bestand an Zucht­sauen einen Schlachtwert von jew­eils 150 Euro abzgl. Erin­nerungswert anset­zte. Begrün­dung: Die Zweckbes­tim­mung der Sauen als Pro­duk­tion­s­mit­tel (Anlagev­er­mö­gen) ändert sich bei Ende der Zucht­tauglichkeit. Sie wür­den dann zu Schlachtvieh (Umlaufver­mö­gen), sodass die Her­stel­lungskosten nur bis zur Höhe des Schlachtwerts abge­set­zt wer­den kön­nten.
Nach Auf­fas­sung des Land­wirts reicht die Absicht, ein zum Anlagev­er­mö­gen gehören­des Wirtschaftsgut zu veräußern, nicht aus, um einen Wech­sel zum Umlaufver­mö­gen zu begrün­den. Das Finanzgericht gab der Klage des Land­wirts statt. Der BFH bestätigte mit Urteil vom 24.7.2013 – IV R 1/10 die Auf­fas­sung des FG. Die Sofort­ab­schrei­bung der Her­stel­lungskosten für GWG nach § 6 Abs. 2 EStG war unstre­it­ig. Die Richtwerte für die Grup­pen­be­w­er­tung der Zucht­sauen lagen unter 41 Euro. Eben­so war die Abschrei­bung auf einen Erin­nerungswert von jew­eils 1 Euro zuläs­sig. Der Betrieb­saus­gaben­abzug war nicht durch einen Schlachtwert begren­zt.