Ein Grund­stück, das im Alleineigen­tum der Klägerin stand, wurde von ihrem Ehe­mann im Rah­men seines Betriebs der Land- und Forstwirtschaft (Hüh­n­erzucht) genutzt. Nach Ein­stel­lung des Betriebs lag das Grund­stück zunächst brach und wurde später einem frem­den Drit­ten unent­geltlich über­lassen. Als die Klägerin das Grund­stück nach dem Tod des Ehe­mannes verkaufte, besteuerte das Finan­zamt den Veräußerungs­gewinn als Einkün­fte aus Land- und Forstwirtschaft (LuF). Nach erfol­glosem Ein­spruchsver­fahren bestätigte das Finanzgericht die Auf­fas­sung des Finan­zamts: Das Grund­stück habe zum Anlagev­er­mö­gen des land­wirtschaftlichen Betriebs des Ehe­manns gehört. Der Betrieb sei nicht aufgegeben und das Grund­stück bis zum Zeit­punkt der Veräußerung nicht ent­nom­men wor­den.
Der BFH ord­nete mit Urteil vom 26.9.2013 – IV R 16/10 den Veräußerungs­gewinn dage­gen der Pri­vat­sphäre der Klägerin zu. Der Veräußerungs­gewinn war nicht den Einkün­ften aus LuF zuzuord­nen. Selb­st wenn das Grund­stück ein­mal als Son­der­be­trieb­sver­mö­gen in einem von der Klägerin mit ihrem Ehe­mann betriebe­nen Tier­hal­tungs­be­trieb gedi­ent hat­te, war diese Eigen­schaft spätestens mit Auf­gabe des Betriebs ver­loren gegan­gen. Das Grund­stück gehörte daher zum Pri­vatver­mö­gen der Klägerin.
Die Bew­er­tung des Grund­stücks als Stück­län­derei kann zwar als Beweisanze­ichen für einen Betrieb der LuF ange­se­hen wer­den; die Bewe­is­führung wird aber erschüt­tert, wenn es sich um einen Ver­pach­tungs­be­trieb han­delt, der bei dem Eigen­tümer zu Einkün­ften aus Ver­mi­etung und Ver­pach­tung führt (BFH, BSt­Bl II 2011, S. 792). Nichts anderes kann gel­ten, wenn (wie im Stre­it­fall) die Grund­stück­süber­las­sung unent­geltlich erfol­gt.

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